Fortschritt | Der sechste Sinn – was Smartphones und Computer ablösen könnte

10.05.2011

Wir haben so viel Wissen wie nie - aber darauf zugreifen können wir meistens nicht. Wissenschaftler arbeiten an einer Lösung - und die könnte sogar Smartphones und PCs ablösen.

Nur eine der Anwendungsmöglichkeiten von “Sixth Sense”: die Hand wird zur Tastatur. / © MIT Media Lab

Das Netz hat unendlich viel Wissen gespeichert – aber immer darauf zugreifen können wir nicht. Wir brauchen ein Smartphone oder einen PC.

Wissenschafter an der weltberühmten Erfinderschmiede MIT arbeiten nun daran, diese Barriere zu beseitigen. Sie wollen unsere fünf Sinne – sehen, schmecken, riechen, fühlen, hören – um einen “sechsten Sinn” ergänzen: zum Suchen von Informationen. Genau genommen sind es drei Geräte, die sich hinter der Idee verbergen:

  • eine Kamera, die Gesichter und Produkte um uns herum erkennt
  • ein Smartphone, dass hierzu Informationen aus dem Internet sucht
  • und ein Projektor, der diese Informationen auf jeder beliebigen Oberfläche zeigt

Das Gerät nutzt einfach unsere Umgebung und unsere Gesten – und projiziert Informationen, Bilder, Videos und sogar Tasten auf jede Wand, auf jedes Produkt, sogar auf unsere eigene Hand. Damit braucht es keinen Bildschirm mehr – und keine Tastatur!

Die Möglichkeiten sind unbegrenzt: auf einer Zeitung erscheinen zum Artikel passend aktuelle Videos, auf einer Fahrtkarte Informationen über Verspätung, auf einem Produkt im Supermarkt Kaufempfehlungen, auf einem Buch Zusammenfassungen und und und… Der Prototyp dafür existiert bereits, seine Komponenten kosten zusammen keine dreihundert Euro. Am MIT hofft man nun, innerhalb der nächsten zehn Jahre die Serienreife zu erreichen. Das würde unsere Smartphones und PCs ablösen. Welches Potential im “sechsten Sinn” steckt, erklären wir Ihnen in dieser Woche in “Fortschritt”.

 


 

Patti Maes vom MIT Media Lab stellt die Erfindung vor:

 


 

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Marcus Engert

ist bei detektor.fm verantwortlich für Programm und Redaktion, unterrichtet im Master-Programm "Online Radio" der MLU und hat vor detektor.fm u.a. für die Nachrichtenagentur dapd, den BBC World Service und verschiedene ARD-Anstalten gearbeitet. Kann sich bei Kennenlern-Fragen, wenn es denn unbedingt sein muss, für Kaffee und gegen Tee, für Meer und gegen Berge, für Bier und gegen Wein entscheiden, aber niemals zwischen Hunden und Katzen.

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