ARD und ZDF ziehen Konsequenzen – keine “Tour de France”- Übertragungen mehr ab 2012

02.02.2011

Einst galt die "Tour de France" als eines der wichtigsten Sportereignisse der Welt. Ein harter, dreiwöchiger Kampf gegen die Zeit und harte Gegner. Diese Zeit ist lang vorbei. Seit Jahren zerstören Dopingaffären das Ansehen des Sports.

Ein Bild aus den “guten Zeiten” des Radsports: Jan Ullrich als gefeierter Held der Massen. © David Hecker/ dapd.

Als Jan Ullrich 1997 als erster Deutscher die Radtour durch Frankreich gewann, stieg nicht nur die Euphorie für den Sport, sondern auch die Zuschauerquoten der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF, die über die Tour de France berichteten.

Sportreporter und Dopingexperte. Er arbeitet vor allem für die Sportredaktion Süddeutsche Zeitung. Foto: Stephan Schraps / dapd.Thomas Kistner.Sportreporter und Dopingexperte. Er arbeitet vor allem für die Sportredaktion Süddeutsche Zeitung. Foto: Stephan Schraps / dapd. 

Mittlerweile reagiert man hierzulande jedoch eher allergisch als euphorisch auf die Tour de France. Immer mehr Dopingfälle führten zu einem immensen Vertrauensverlust bei den deutschen Zuschauern.

Nachdem ARD und ZDF schon in den letzten Jahren die Berichterstattung auf eine Stunde am Tag reduziert hatten, wollen sie dieses Jahr nun das letzte Mal von der Radtour berichten. Ab 2012 soll es dann bei den öffentlich-rechtlichen Sendern keine Live-Bilder von der Tour de France mehr geben. Das haben die Verantwortlichen heute Vormittag mitgeteilt.

Wir haben darüber mit Thomas Kistner gesprochen. Er arbeitet als Sportjournalist bei der Süddeutschen Zeitung.

Unser Redakteur Christian Bollert hat sich seine eigenen Gedanken zum Austieg des öffentlich-rechtlichen Fernsehens aus der Übertragung der Tour de France gemacht.

Hören Sie hier seinen Kommentar.

Kommentar - Christian Bollert zum Ausstieg von ARD und ZDF bei der Tour de France