Doping: Erstmals Sportler aufgrund von Wachstumshormonen gesperrt

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Der Brite Terry Newton ist der erste Sportler, der aufgrund von Wachstumshormonen gesperrt wurde. Den Test dafür haben Wissenschaftler in München entwickelt.


Doping: Erstmals Sportler aufgrund von Wachstumshormonen gesperrt Doping-Kontrolle bei den Olympischen Winterspielen, dort wird auf das Wachstumshormon HGH getestet. Foto: Robyn Beck/ ddp.

Martin Bidlingmaier. Martin Bidlingmaier.Er entwickelte mit seinen Kollegen Christian Strasburger und Zida Wu das Testverfahren. Im Moment laufen in Vancouver die Olympischen Spiele und alle freuen sich über die Goldmedaillen der Deutschen. Unter Experten läuft eine Angst jedoch immer mit: sind die Athleten dort wirklich sauber? Erst kurz vor den Winterspielen hatte Hajo Seppelt in der ARD und auch hier bei detektor.fm über ein weit gefächertes Dopingsystem im Nordischen Skisport berichtet. Dort werden neben dem Blutdopingmittel EPO seinen Recherchen zu Folge vor allem auch Wachstumshormone zur Leistungssteigerung genutzt. Denn Wachstumshormone sind besonders schwer nachzuweisen, weil sie sich im Körper besonders schnell abbauen.

Terry Newton. Terry Newton.Rugbyspieler gestand Doping. Foto: Wikipedia/ Mortonstalker. Mit dem britischen Rugby-Nationalspieler Terry Newton ist erstmals ein Sportler wegen des Gebrauchs von Wachstumshormonen gesperrt worden. Er war bei einer unangemeldeten Trainingskontrolle ins Netz der Fahnder gegangen. Das dafür notwendige Testverfahren haben drei deutsche Wissenschaftler von der Universität München entwickelt. Christian Strasburger, Zida Wu und Martin Bidlingmaier haben jahrelang am Nachweis gearbeitet, die Juristen der Weltantidopingagentur überzeugt und eine Firma gesucht, die den Test herstellt.

Wir haben mit Martin Bidlingmaier gesprochen:

»Interview mit Martin Bidlingmaier zum Doping-Test auf Wachstumshormone« herunterladen

Künstliche Wachstumshormone sind zu perfekt und deshalb für unseren Test zu erkennen. - Martin Bidlingmaier


Es wurde bereits 1 Kommentar zu diesem Artikel geschrieben. Diskutieren Sie mit.
  1. Andre

    Andre am

    Ein sehr interessantes Interview! Ich kann nur hoffen, dass in Zukunft tatsächlich häufiger Trainingskontrollen gemacht werden.

    Denn kein einziger Dopingfall bei Olympia ist für mich keine Überraschung, will man Dopingsünder bekommen, dann muss man im Training testen.

 

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