Lieber Herr Kollege Luebberding,
zunächst vielen Dank für Ihren Kommentar - auch wenn ich, aber das wird nicht überraschen, einige Einwände habe.
Das Interview ist ein Beitrag zu einer laufenden Diskussion. Er ist erfreulich klar positioniert. Diese Position mag nicht die Ihrige sein, aber ihn deshalb als “überflüssig” zu betiteln, ist kein schöner Stil - auch nicht unter Kollegen.
Wir haben uns natürlich nicht ohne Grund für Frau Prof. Fix als Gesprächspartnerin entschieden. Sie hat jahrelang als Germanistik-Professorin gearbeitet, war u.a. auch an diesem ganz bedeutenden Projekt zum Deutschen Wortschatz beteiligt: http://wortschatz.uni-leipzig.de/ - Ihre Sorge also, Ihr Aussagen könnten auf Unkenntnis beruhen oder mangels (vielleicht aus Zeitgründen unterlassener) Quellennenung unzuverlässig sein, sind denke ich unbegründet. Frau Fix wird Profi genug sein, Ihre Aussagen abzusichern…
Zu Ihrer Eingangsfrage:
Ja, einen solchen Beleg gibt es:
Röhrich, Lutz: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, S. 1682 im 5. Band.
Das hätte Ihnen bereits eine einfache Wiki-Abfrage beantwortet. Dort übrigens auch dieser Hinweis: “Die laut Duden (1992) „veraltete“ und „ungebräuchliche“ Redewendung kann auch eine „private Zelebration rechtsradikalen Gedankenguts“ bedeuten.”
Nun, niemand hat ja gesagt, dass dies bei Frau Müller-Hohenstein zutrifft (deshalb wird ja auch nicht über sie als Person debattiert). Aber eben genau, WEIL der Begriff diese Bedeutung tragen KANN, wird darüber diskutiert. Die Diskussion rechtfertigt das Hinterfragen. Wäre der Begriff gänzlich unproblematisch, gäbe es keine Diskussion, und damit auch diesen Beitrag nicht.
Mit diesen Quellenhinweisen und der kurzen Begründung der Themenwahl darf ich Sie wiederum um Belege oder Quellen bitten, hierfür: “Dabei zeigte sich, dass die meisten der Kritiker den Begriff gar nicht mehr kannten und die ihn kannten, ihn im oben genannten Sinn definierten - als Metapher. Nazi-Apologetik spielte dabei keine Rolle (...)”.
(Verstehen Sie das bitte nicht als Angriff, es entspringt rein meinem persönlichen Interesse.)
Viele Grüße
Ihr M.E.
PS: Eine gänzlich persönliche Anmerkung: Sich danach (zeitnah) zu entschuldigen, wäre doch ein Weg gewesen. Das hätte beinahe jedes Missverständis verhindert. Das passierte nicht, auch bei der zweiten Sendung von Frau Müller-Hohenstein kein Wort dazu. Das macht es nicht einfacher…