“Mainstream war nie die Aufgabe von Sputnik” – Programmreform sorgt für Unmut

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Innovativ, mutig, fortschrittlich - die Jugendwelle des MDR galt als "Experimentierfeld". Jetzt wird Sputnik wieder zurechtgestutzt, angeblich wegen zu geringer Hörerzahlen.


“Mainstream war nie die Aufgabe von Sputnik” - Programmreform sorgt für Unmut Das neue Logo von MDR Sputnik nach dem Relaunch - mit jetzt veraltetem Slogan. / © Mitteldeutscher Rundfunk

Es war für Radiofans und Jugendliche so etwas wie ein Leuchtturm im grauen Einheitsbrei: das Radioprogramm MDR Sputnik. Das Jugendprogramm galt als fortschrittlich, experimentierfreudig, innovativ - und als Quotenschwächling. Denn weil die Hörerzahlen nicht stimmten, wurde dort nun der Rasenmäher angesetzt. Vor rund einer Woche verkündete der MDR: Sputnik bekommt eine Programmreform. Das Tagesprogramm sei "optimiert und an die die Bedürfnisse und Lebensgewohnheiten seiner Hörer angepasst worden." Der MDR-Hörfunkdirektor Möller dazu: "Mainstream muss nicht schlecht sein."

Heiko Hilker Heiko Hilkersitzt seit 1997 im MDR-Rundfunkrat. Seitdem wird gemeckert, von vielen, die das Programm bisher ganz gut fanden.

Ob das gerechtfertigt ist, oder ob das "alte" Sputnik vielleicht ein Orchideenprogramm war, das nur wenigen gefiel und zu viel kostete, darüber sprechen wir mit Heiko Hilker. Er ist Medienpolitiker, Medienberater und Mitglied im Rundfunkrat des MDR.

»Heiko Hilker zur Programmreform bei MDR Sputnik« herunterladen

"Das ist vielleicht auch nicht eine Hörerschaft, die politisch wichtig ist, wie die von MDR Figaro oder MDR Info, weshalb sich dort Einsparungen am leichtesten durchsetzen lassen." (Heiko Hilker)


Es wurden bereits 3 Kommentare zu diesem Artikel geschrieben. Diskutieren Sie mit.
  1. Thielko Grieß

    Thielko Grieß am

    Wenn ich das richtig höre, übt der Interviewte ja - nicht bloß zwischen den Zeilen, sondern ausdrücklich - Kritik an der Programmreform. Das könnte ja auch schon aus der Überschrift hervorgehen.

    So, wie es dort jetzt steht, klingt es, als verteidige der Rundfunkrätler die Reform (die im Übrigen tatsächlich eine Re-Form ist, indem man einfach ein paar Schritte zurückgeht).

    Zu guter Letzt zum Interview selbst: Ich hätte gern gehört, wie die Antwort auf die Nachfrage ausgefallen wäre, wieso ein Rundfunkrat den Dingen hinterherläuft, eine Reform also erst dann zum Thema macht, wenn sie längst “on-air” ist?

    Viele Grüße

    tg

  2. Marcus Engert

    Marcus Engert am

    Lieber Thielko,

    herzlichen Dank für die Rückmeldung. Es stimmt, dass die Überschrift beim Überfliegen einen falschen Sinn bringen kann, bzw. erst nach dem Anhören des Interviews eingeordnet werden kann. Wir haben das eben geändert - danke dafür!

    Zur zweiten Frage müsste man die Mitglieder des Gremiums persönlich fragen. Wenn ich es aber recht verstanden habe, wurden die Veränderungen ohne Abstimmung im Rundfunkrat installiert - wenn das stimmt, wäre ein vorgeschaltetes Eingreifen nicht möglich gewesen.

    Am 5./6. September gibt es wohl eine Sitzung des Rates, dort wird das sicher Thema sein. Wir versuchen, dran zu bleiben.

    Herzliche Grüße, ME

 

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