Verfahren – wie der Radsport immer tiefer in die Krise stürzt

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Anfang Juli ist es wieder soweit: die 97. Tour de France startet und zieht Millionen Fans in ihren Bann. Doch das Image des Radsports hat in den letzten Jahren stark gelitten - nicht ganz ohne Grund.


Verfahren - wie der Radsport immer tiefer in die Krise stürzt Zwei Fahrer beim Abschiedsrennen für Wesemann. / © Jens Schlueter (ddp)

Paul Kimmage Paul KimmageDer ehemalige Radprofi arbeitet heute als Autor und Sportjournalist bei der Sunday Times. Der Profi-Radsport kommt nicht zur Ruhe. Erst beichtete vergangene Woche der Profi Floyd Landis: Der Sieger der Tour de France von 2006 gestand, dass er den Großteil seiner Karriere leistungssteigernde Mittel eingenommen habe. Auch der Superstar unter den Radfahrern, Lance Armstrong, wird von Floyd Landis schwer belastet. Armstrong habe beim Welt-Radsport-Verband einen Doping-Verdacht gegen ihn mit Geld aus der Welt geräumt. Die Beteiligten haben das immer bestritten. Doch heute nun wurde bekannt: es gibt tatsächlich eine solche Zahlung. Sie ist 100.000 Dollar groß, ging auf dem Konto des Radsport-Weltverband UCI ein, und bringt nun beide Seiten in Erklärungsnot. Das alles gibt Dopinggerüchten neue Nahrung. Und es stellt erneut die Frage: kann der heutige Profi-Radsport ohne Doping überhaupt noch funktionieren? Und wann kommt die Ganze wahrheit ans Licht?

Letzteres jedenfalls versucht seit Jahrzehnten Paul Kimmage. Er war in den 80ern Profi-Fahrer, und er stieg aus. Er schrieb ein ehrliches Buch den Profiradsport. Seine Autobiografie »Raubeine rasiert« wurde zur Anklageschrift – und machte ihn zwar zum gefragten Sportjournalisten, aber auch zum Außenseiter im internationalen Radsport. Denn Paul Kimmage hatte das Gesetz des Schweigens gebrochen. Wir haben mit Paul Kimmage über seine Erfahrungen gesprochen und ihn eingangs gefragt, wie er erstmalig mit dem System Doping in Kontakt kam.

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