vox:publica – Gesellschaft

05.05.2012

Ein Verein als gesellschaftliche Vertretung der "Netzgemeinschaft", Utopien mobiler Nutzer, Rechtsextremisten - an gesellschaftlichen Debatten mangelte es nicht auf der re:publica. Ein paar Stimmen der Beteiligten...

Foto: Christian Bollert.Markus Beckedahl.Foto: Christian Bollert. 

+++ Netzpolitik +++

Egal ob ACTA oder Netzneutralität: wenn es um den Schutz von Bürgerrechten im Internet geht, dann will der Verein “Digitale Gesellschaft” die Stimme für die Internetnutzer erheben.

Der Verein ist vor ziemlich genau einem Jahr vorgestellt worden und will nach eigener Aussage Lobbyarbeit für die Netzgemeinschaft machen. Die Aufmerksamkeit soll durch Kampagnen zu einzelnen Themen erzeugt werden. Wir haben mit dem Vorsitzenden Markus Beckedahl eine Zwischenbilanz nach einem Jahr gezogen – und über die anstehenden Herausforderungen gesprochen.

vox:publica - Gesellschaft - Markus Beckedahl über den Verein Digitale Gesellschaft

von Wikimedia. Foto: Solveig Wehking.Catrin Schonevillevon Wikimedia. Foto: Solveig Wehking. 

+++ Wissensvermittlung +++

Wikipedia – das ist heute das wichtige Lexikon der Welt. Das Online-Nachschlagewerk wächst und wächst – und ist so aktuell, wie es kein Buch jemals sein kann. Oft sind aktuelle Entwicklungen schon nach wenigen Minuten in den dazugehörigen Artikel eingebettet.

Aber die Wikipedia hat auch Probleme. Denn es gibt immer noch zu wenige Frauen, die sich aktiv am Online-Lexikon beteiligen. Dabei lebt das Projekt Wikipedia von Menschen, die Artikel schreiben, kontrollieren und bewerten – und die blicken im Idealfall möglichst aus verschiedenen Perspektiven auf die Themen.

CrowdRadio-Nutzerin Solveig Wehking hat deshalb am Donnerstag mit der Pressesprecherin von Wikimedia Deutschland, dem Betreiber der Wikipedia, mit Catrin Schoneville ein Interview geführt.

typische Autoren bei Wikipeda ;-) Foto: Solveig Wehking.Raimond Spekking und Jan Engelmanntypische Autoren bei Wikipeda ;-) Foto: Solveig Wehking.  

+++ Der mobile User +++

die beiden stellen Utopien des mobilen Users vor. Foto: Patrick Wellinski.Jana Herwig und Susanne Zöhrerdie beiden stellen Utopien des mobilen Users vor. Foto: Patrick Wellinski. 

Nie waren Computernutzer mit ihren Geräten so mobil wie heute, im Zeitalter der Smartphones. Dabei ist die Idee vom „Wandelnden Computer-User“ nicht neu: Schon 1945 hat ein amerikanischer Computer-Pionier eine Zukunft mit mobilen Rechnern vorausgesehen.

Die Utopien der mobilen Vernetzung aus vergangenen Jahrzehnten sind Dreh- und Angelpunkt des Vortrages der beiden Österreicherinnen Jana Herwig und Susanne Zoehrer auf der re:publica 2012 gewesen.

CrowdRadio-Reporter Patrick Wellinski hat den Vortrag gehört – allerdings hat er darin die entscheidenden Fragen zum Thema vermisst. Er hat sie deshalb selbst gestellt – eine Erwiderung eines mobilen Users (oder besser: Reporters).


+++ Rechtsextremisten im Netz +++

Das Netz ist für alle da – und damit ist es auch für Extremisten da, die diese Gleichheit gern abschaffen würden. Das ist ein permanentes Problem: auch Extremisten okkupieren das Netz. Vor allem Rechtsextreme sorgen immer wieder mit Online-Aktionen für Aufmerksamkeit.

In Deutschland haben wir die NPD da schnell im Blick. Doch beim Blick über die Grenzen sind wir weniger sensibel: Geert Wilders, die British National Party oder die österreichische FPÖ sind bei uns bei weitem nicht mit einem solchen Stigma behaftet.

Wie kommt das? Wie können wir im Netz Extremismus erkennen, wie uns dagegen wehren? Das sollte auf dem Panel “Social Networks for right-wing extremists?” stattfinden. Philipp Sonderegger, Menschenrechtler in Wien und zuvor langjähriger Sprecher von SOS Mitmensch, rät zu mehr Dialog in der Gesellschaft.

Christian Bollert

Journalist, Geschäftsführer der BEBE Medien GmbH, die detektor.fm betreibt. Wenn er sich nicht um den laufenden Betrieb kümmert, moderiert er Sendungen und beschäftigt sich mit Sportpolitik, Radsport und Bildungsthemen. Christian hat vor detektor.fm als freier Autor für verschiedene ARD-Hörfunksender Nachrichten geschrieben und Beiträge produziert. Stipendien haben ihn in die Niederlande und die USA geführt.

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