Album der Woche: The Go Find – Everybody Knows It’s Gonna Happen Only Not Tonight

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Die Plattenkisten diverser Elternhäuser zeichnen sich vor allem durch eins aus: Sie bieten einen Querschnitt des Jahrzehnts, in dem sich Papa und Mama kennengelernt und regelmäßig örtliche Tanzveranstaltungen besucht haben, kurzum: Musik aus der Zeit, in der sie jung waren. Aufgelegt werden diese Platten heute noch gerne. Wer hat sich demnach nicht schon mal die Frage gestellt, wie die Plattenkisten unserer Generation in zehn, zwanzig Jahren aussehen werden? Bleiben wir in den 90ern hängen? In den "Nullern"?


Album der Woche: The Go Find - Everybody Knows It’s Gonna Happen Only Not Tonight © Katleen Cle

Der Belgier Dieter Sermeus, Jahrgang 74, hat sich wohl in die späten 70er und frühen 80er verguckt und mit seiner Band The Go Find ein wunderschönes Indiepop-Album aufgenommen, das Erinnerungen an Fleetwood Mac und Roxy Music weckt. Schon der Opener und gleichzeitig das Titelstück der Platte Everybody Knows It's Gonna Happen Only Not Tonight glänzt mit diesem staubtrockenen Schlagzeug-Sound, den man etwa von Fleetwood Mac's Dreams kennt.

Es ist ein stoischer Beat, der zusammen mit der vorantreibenden Basslinie ein so einfaches und doch fesselndes Grundgerüst aufbaut, auf dem sich zurückgenommene Gitarren-Pickings und Sermeus' entspannter Gesang austoben können. Ausschmückungen durch Synthies oder Bläser werden nur vereinzelt und sehr gezielt eingesetzt. The Go Find beherrschen die Kunst der Einfachheit. Über allem steht die Liebe zu den großen Melodien. Ob alleine oder mit weiblicher Begleitung (One Hundred Percent, Just A Common Love) - wenn der Gesang einsetzt, hört man gerne zu.

Everybody Knows It's Gonna Happen Only Not Tonight ist bereits das dritte Album der Belgier. Nachdem sich Sänger Dieter Sermeus zuletzt zurückzog und die Songs allein am Laptop zusammenbastelte, hat er nun die Freude am Band-Konzept wiedergefunden. Das neue Album ist eine Bandplatte geworden und das ist auch gut so, denn als Band sind The Go Find besonders stimmig. Zu seinem Debüt Miami (2004) sagte Sermeus einst, es wäre besonders gut für lange Autofahrten geeignet. Irgendwie mag man auch beim Hören der neuen Platte sofort irgendwo hinfahren - hauptsache man ist lang unterwegs und hat The Go Find im Autoradio.

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