Verhalten bei Katastrophen: Wenn Spender mitleidsmüde werden

03.08.2011

Bei der Erdbebenkatastrophe 2010 in Haiti wurde deutlich mehr Geld gespendet, als bei der Flut in Pakistan im gleichen Jahr - obwohl da etwa zehnmal mehr Menschen betroffen waren. Jetzt braucht Afrika Hilfe. Nach welchen Kriterien entscheiden wir uns zum Spenden?

Bei Katastrophen spenden die meisten Menschen. Doch geht um langfristige Hilfe für die Opfer, werden viele mitleids müde. / Foto: © Thomas Lohnes (ddp)

von Phineo beschäftigt sich mit der Frage, wann Menschen bewusst spenden. / © Philipp HoelscherPhilipp Hoelscher von Phineo beschäftigt sich mit der Frage, wann Menschen bewusst spenden. / © Philipp Hoelscher 

Die Bilder aus Somalia sind erschreckend und zeigen eine uns völlig fremde Welt. Große Kinderaugen blicken in die Kamera, lange Menschenschlangen warten auf Essen und von Katastrophen zerstörte Häuser müssen wiederaufgebaut werden. Mit solchen Fernsehbildern erregen Medien und Hilfsorganisationen das Mitleid der Menschen hierzulande und erhöhen gleichzeitig die Spendenbereitschaft.

Doch milliardenschwere Finanzhilfen kommen bei den Opfern nur solange an, bis die Spender mitleidsmüde werden. Sind die Fernsehkameras erst einmal weitergezogen, geraten die Opfer und deren Probleme in den Hintergrund. Deshalb ist es besonders wichtig, langfristige Hilfe zu leisten.

Warum das Verhalten von Spendenwilligen vorhersehbar ist und wie man nachhaltig und bewusst spendet, erklärt uns Philipp Hoelscher. Er ist Nothilfe-Experte bei Phineo, einem gemeinnützigen Analysehaus für gesellschaftliches Engagement.

Philipp Hoelscher über Spendenbereitschaft bei Katastrophen