Atom-Müll in Brunsbüttel: “Die Lagerung würde heute keine Aufsichtsbehörde mehr zulassen!”

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Wohin mit dem Atommüll? Man warf ihn in den Atlantik, schaffte ihn in die Asse oder nach Gorleben. Einge Fässer werden auch bei den AKWs gelagert. In Brunsbüttel rosten diese jetzt.


Atom-Müll in Brunsbüttel: “Die Lagerung würde heute keine Aufsichtsbehörde mehr zulassen!” Sollte eigentlich ohne Rost ablaufen: Atommüll-Endlagerung. / Foto: © Jens Schlüter/dapd

Gerhard Schmidt Gerhard SchmidtExperte für Nukleratechnik und Anlagensicherheit. Es ist noch nicht lang her, da entschied sich die deutsche Bundesregierung für einen Ausstieg aus der Atomkraft. Über den Verbleib der Altlasten der Technologie hat man bis heute keine Antwort. Wie Betreiber von Atomkraftwerken scheinbar über die Lagerung von Atommüll denken, zeigt der Fall von 30 Jahre alten Fässern mit strahlendem Material in Brunsbüttel - sie sind durchgerostet. Gemeldet wurde das nicht.

Bei einer Routine-Untersuchung des TÜV-Nord stellte man eher zufällig im mittlerweile stillgelegten Atomkraftwerk Brunsbüttel in Schleswig-Holstein die rostigen Behälter fest. Laut dem dortigen Justizministerium geht davon aber keine Gefahr aus. Der Abtransport zu einem Zwischenlager wurde vorerst ausgesetzt und Vattenfall scharf kritisiert.

In Brunsbüttel lagern rund 500 Fässer mit schwach- und mittelstark radioaktivem Abfall. Insgesamt gibt es in Deutschland 130.000 Kubikmeter davon. Wie gefährlich ist dieser Müll und wie sicher ist die Lagerung in Fässern überhaupt, wenn diese scheinbar einfach durchrosten können? Darüber sprachen wir mit Gerhard Schmidt, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ökoinstitut in Darmstadt.

»Gerhardt Schmidt zum Atommüll in Brunsbüttel« herunterladen

Anm. d. Red.: Wir haben frühzeitig auch bei den zuständigen Ministerien, den Bundesumweltministerium und dem Justizministerium in Schleswig-Holstein, angefragt und um Interviews gebeten. Dort hatte bis Sendungsschluß leider kein Mitarbeiter Zeit für eine kurze Stellungnahme.


Es wurde bereits 1 Kommentar zu diesem Artikel geschrieben. Diskutieren Sie mit.
  1. M.-J. B.

    M.-J. B. am

    Beim Ökoinstitut gibt es keine “Experten” - nur selbsternannte Experten.

    Diese Darstellung ist definitiv bewußt falsch dargestellt und entspricht absolut nicht der Wahrheit.
    Ein Fass wurde beim Umpumpen beschädigt . Dieses ist NICHT während der Lagerung durchgerostet wie behauptet.

    Dies ist bewußte Panikmache der hochsubventionierten Ökoinstustrie, die wir alle zu Milliarden subventioneren.
    Für ganze 2% Solarstrom (die 80% der Förderung schluckt), 7% Windstrom und 5,5% Biomasse. Das ist fast nichts, was wir die letzten 15 Jahre erreicht haben.

    Wenn man Dreisatz rechnen kann, kann man sich nach den Erhöhungen der letzten Jahre ausrechnen, wo die Strompreise enden werden.

 

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