Die Kathastrophe in Japan ist in die gleiche Gefahrenstufe wie das Unglück in Tschernobyl eingestuft worden. Was bedeutet das - und welche Prognosen lassen die Erfahrungen aus Tschernobyl zu?
Prof. Edmund Lengfelderversorgt seit vielen Jahren strahlenverseuchte Patienten.
Die Stufe 7 ist die höchste Gefahrenstufe, die einem nuklearen Unglück beigemessen werden kann. Das Atomunglück von Tschernobyl wurde in diese Kategorie eingeordnet - und seit gestern haben die japanischen Behörden das Unglück von Fukushima auf die gleiche Stufe gestellt. Da der Austritt der Radioaktivität in Fukushima bis heute noch nicht gestoppt wurde, kann die Katastrophe sich immer noch ausweiten.
Um eine Vorstellung davon zu bekommen, was diese Einstufung bedeutet, und über die Langzeitauswirkungen der Atomkatastrophe in Tschernobyl sprechen wir mit dem Strahlenbiologen Prof. Edmund Lengfelder vom Otto-Hug-Strahleninstitut in München. Lengfelder setzt sich für die Opfer der Katastrophe in Tschernobyl ein, gründete den "Deutschen Verband für Tschernobyl-Hilfen" und die Gesellschaft für Strahlenschutz.
Hören Sie hier das Interview:
»Professor Lengfelder zu den Auswirkungen der Strahlenbelastung in Japan« herunterladen
Man kann heute feststellen, dass die Sowjets nach Tschernobyl zweckmäßiger reagiert haben als die Japaner.

In Kürze jährt sich das Unglück im Kraftwerk in Tschernobyl zum fünfundzwanzigsten Mal. /