Dopingaffäre Armstrong: Wird Spaniens Spitzensport hineingezogen?

von am

Die Ermittlungen gegen den siebenmaligen Tour de France Sieger Lance Armstrong weiten sich aus. Drei ehemalige Mitstreiter sind in dieser Woche von der Anti-Doping-Agentur der USA (USADA) lebenslang gesperrt worden. Nun gerät der spanische Spitzensport offenbar wieder einmal in den Fokus der Ermittler.


Dopingaffäre Armstrong: Wird Spaniens Spitzensport hineingezogen? Wird die Tour de France je wieder ein sauberes Rennen? Hier eine Szene von 2011 mit Alberto Contador (links). Noch bis zum 5. August ist er wegen Dopings gesperrt. Danach will er wieder Radrennen fahren. © Christophe Ena/dapd

Thomas Kistner Thomas Kistnerist Autor und Sportpolitik-Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung. Foto: Stephan Schraps/dapd Die USADA hat den italienischen Sportarzt Michele Ferrari, genannt „Dottore Epo“, den spanischen Trainer Pepe Marti und den spanischen Sportarzt Luis Garcia del Moral gesperrt. Alle drei haben jahrelang in den Teams von Lance Armstrong gearbeitet. Zwar hat keiner von ihnen bislang Doping zugegeben, aber eine Beschwerde gegen die lebenslange Sperren liegt bisher auch nicht vor.

Lance Armstrong bleibt bei seiner Strategie und weist weiterhin alle Vorwürfe energisch zurück. Er spricht immer von 500 Tests, die er im Laufe seiner Karriere gemacht hätte. Doch diese Aussage scheint nicht haltbar. Sollte sich der Verdacht gegen ihn erhärten, könnten ihm alle sieben Toursiege aberkannt werden.

Und im Zuge der aktuellen Armstrong-Ermittlungen scheint die Sportnation Spanien abermals ins Visier der Ermittler zu geraten: Denn die jetzt gesperrten Mitstreiter von Armstrong haben auch viele andere Sportler betreut – der Doping-Vorwurf könnte sich also ausdehnen, die Rede ist von Spitzensportlern in Fußball und Tennis.

Über die Reichweite des Falls Armstrong hat Christoph Dziedo mit Thomas Kistner gesprochen. Kistner ist Autor und Sportpolitik-Redakteur der Süddeutschen Zeitung, er recherchiert seit Jahren Fälle von Doping und Korruption im Spitzensport.

»Doping in Spanien - Ein Problem im gesamten Spitzensport« herunterladen

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben. Machen Sie den Anfang!

 

Kommentar verfassen

Einfaches HTML (<a>,<b>,<i>,<code>,<blockquote>) ist erlaubt.

Wir veröffentlichen alle Kommentare, die nicht diffamierend oder rechtlich bedenklich sind. Wir bemühen uns binnen 24 Stunden alle Kommentare freizuschalten.


Das könnte Sie auch interessieren:

Dopingarzt Fuentes - wird der Prozess irgendetwas Neues bringen?

Dopingarzt Fuentes - wird der Prozess irgendetwas Neues bringen?

Breits 2006 wird der Dopingskandal rund um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes aufgedeckt - unter den Kunden sind zahlreiche Profisportler. Heute, sieben Jahre später, beginnt in Madrid der Prozess gegen den spanischen Doping-Arzt. Sind ähnliche Geständnisse wie zuletzt im Fall Armstrong zu erwarten? mehr