Gerüchte um Rücktritt Berlusconis – und Italien bangt um seine Glaubwürdigkeit

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Ein Rücktritt des italienischen Premiers Silvio Berlusconi wird immer wahrscheinlicher: Schon zum Jahresende könnte er sein Amt abgeben. Bringt das Italien endlich die Glaubwürdigkeit zurück - und damit Wege aus der Krise?


Gerüchte um Rücktritt Berlusconis - und Italien bangt um seine Glaubwürdigkeit Italiens Ministerpräsident Berlusconi denkt über einen Rücktritt zum Jahreswechsel nach. Foto: © Axel Schmidt / dapd

Der gestern Abend beschlossene "Geheimpakt" zwischen Italiens Ministerpräsident Berlusconi und seinem Koalitionspartner von der Lega Nord Umberto Bossi, war heute Thema in allen italienischen Medien. Berlusconi musste einen Rücktritt noch in diesem Jahr in Aussicht stellen, damit Bossi Rentenreformen zustimmt. Diese wurden unter anderem von der Europäischen Zentralbank gefordert und sollen heute beim EU-Gipfeltreffen in Brüssel vorgestellt werden. Zuvor wurde spekuliert, dass Berlusconi mit "leeren Händen" nach Brüssel reisen würde. Diese Blamage bleibt Italien jetzt, den Berichten zufolge, erspart.

Allesandro Alviani Allesandro AlvianiJournalist bei der italienischen Zeitung «La Stampa» Doch was der französische Staatschef Sarkozy und Kanzlerin Merkel von Zusagen des italienischen Premiers halten, machten sie am Wochenende bereits unmissverständlich klar: Auf eine Reporterfrage, ob mit ernsthaften Zusagen aus Italien zu rechnen ist, lächelten Merkel und Sarkozy nur. "Das Grinsen war der Tiefpunkt der Glaubwürdigkeit Italiens", sagt Allesandro Alviani. Er ist Journalist bei der italienischen Zeitung "La Stampa"  und bezweifelt, ob Berlusconi bei den möglichen Neuwahlen im März 2012 wiedergewählt wird. Laut Alviani habe es der italienische Premier verpasst, die großen Reformen anzupacken, die das Land dringend braucht. Immerhin hat Italien nach Griechenland den zweitgrößten Schuldenstand im Euro-Raum.

Ob er einen Rücktritt von Silvio Berlusconi für wahrscheinlich hält, und welche Effekte er haben könnte, analysiert Alessandro Alviani im detektor.fm-Interview.

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