Organspende: Mangel an Spendern – Krankenkassen sollen helfen

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Umfragen zufolge wären viele Deutsche bereit, Organe zu spenden. Aber die meisten von ihnen haben keinen Organspenderausweis. Das will Gesundheitsminister Bahr nun ändern - und die Krankenkassen zur Mithilfe verpflichten.


Organspende: Mangel an Spendern - Krankenkassen sollen helfen Ein Organspendeausweis kann Leben retten. Foto: © Volker Hartmann/dapd

Thomas Beck Thomas Beckhofft auf künftig mehr Organspender. Würden Sie einer Organspende zustimmen? Umfragen zufolge bejahen etwa 60-70 Prozent der Deutschen diese Frage. Trotzdem haben nur 18 Prozent einen Spenderausweis.

Das will FDP-Gesundheitsminister Daniel Bahr ändern. Genauer gesagt: Er will das Transplantationsgesetz ändern. Demnach sollen Krankenkassen dazu verpflichtet werden, ihre Mitglieder über Organspenden zu informieren und sie nach ihrer Spendebereitschaft zu fragen. Die Antwort soll dann in einem Organspendeausweis notiert werden. Jeder Einzelne könnte einer Organspende entweder zustimmen, sie ablehnen oder aber die Entscheidung auf später vertagen.

Wie es um die Bereitschaft zur Organspende steht und ob das neue Gesetz ausreicht, den Mangel an Spenderorganen zu beseitigen, fragen wir Thomas Beck, den kaufmännischen Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation.

»Thomas Beck über Organspenden« herunterladen


Es wurde bereits 1 Kommentar zu diesem Artikel geschrieben. Diskutieren Sie mit.
  1. Thomas

    Thomas am

    Was bei der Diskussion um den Organspendeausweis leider vollkommen ausgeblendet wird ist die Tatsache, das die geringe Zahl an Spenderausweisen die geringste Ursache für den Mangel an Spenderorganen ist.

    Zurzeit stehen ca. 12.000 Menschen auf einer Warteliste.

    Demgegenüber gibt es jedoch Schätzungen zur Folge “nur” 5.000 Menschen jedes Jahr bei denen ein Hirntod festgestellt wird. Von diesen 5.000 Menschen sind nur ca. 3.000 Menschen überhaupt für eine Spende geiegnet (ungeachtet der Einstellung zur Spende).

    Das bedeutet, selbst wenn jeder Deutsche sich für die Organspende entscheidet und einen Spenderausweis bei sich trägt, und alle Kliniken in Deutschland jeden potentiellen Organspender meldet, bleiben immer noch ca. 9.000 Menschen die kein Spenderorgan erhalten.

    Es ist durchaus richtig, Menschen zur Organspende zu bewegen, damit die Lücke nicht noch größer wird.

    Aber jedem Menschen muss klar sein, dass sich das Problem nicht alleine durch eine verbesserte Spenderbereitschaft lösen lässt.

    (Die Spendenbereitschaft ist im übrigen gar nicht so gering, wie von manchen Menschen teilweise angenommen wird)

 

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