Öffentlichkeit und Demokratie: Petitionen in Deutschland

von am

Ab heute widmen wir uns eine Woche lang dem Verhältnis von Öffentlichkeit und Demokratie. Heute geht es um Petitionen an den Bundestag: einreichen kann die jeder, doch können sie wirklich etwas bewirken?


Öffentlichkeit und Demokratie: Petitionen in Deutschland Der Ort, wo das Volk durch gewählte Vertreter repräsentiert wird - der Deutsche Bundestag im Reichstagsgebäude. / © Axel Schmidt (ddp)

Ulrich Riehm Ulrich RiehmSoziologe am Büro für Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestags. / © www.tab-beim-bundestag.de Deutschland ist zwar eine Demokratie, aber eine repräsentative. Das heißt: Politiker repräsentieren das Volk in den Parlamenten, und treffen dort auch die Sachentscheidungen. Die Möglichkeiten, hierauf Einfluss zu nehmen, sind begrenzt - Volksentscheide gibt es keine.

Für viele Internetnutzer sind Online-Petitionen hier ein Hoffnungsschimmer, versprechen sie doch mehr Beteiligung der Bürger am politischen Diskurs.

Seit fünf Jahren sind Online-Petitionen beim Deutschen Bundestag möglich und einige fanden viel Beachtung: Die Petition gegen Internetsperren, eine Petition für ein Praktikumsgesetz und eine zur Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens.

Wer die Petenten so sind, was Probleme bereitet und wie erfolgreich diese Form der Beteiligung ist, hat Ulrich Riehm vom Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestages untersucht - und mit uns darüber gesprochen.

»Ulrich Riehm hat e-Petitionen an den Bundestag untersucht« herunterladen

e-Petition in der Praxis: "Der Bundestag möge das bedingungslose Grundeinkommen einführen"

Susanne Wiest Susanne Wiestist durch ihre Petition eine Leitfigur der Grundeinkommens-Bewegung geworden - und ist damit demnächst im Petitionsausschuss. / © privat „Die da oben machen doch sowieso immer, was sie wollen!“ - ein oft gehörter Satz. Denn obwohl viele Menschen mit vielen Dingen unzufrieden sind: an die Politik selbst wenden sie sich meist nicht. Dabei gäbe es hierfür Möglichkeiten. Jemand, der diese Möglichkeit genutzt hat, und das mit ziemlichem Erfolg, ist Susanne Wiest. Sie hat sich offenbar irgendwann nicht mehr gedacht, „die da oben machen eh was sie wollen“, sondern ist aktiv geworden - und hat eine Petition an den Bundestag eingereicht: "Der Bundestag möge beschließen, das bedingungslose Grundeinkommen einzuführen." Mit über 50.000 Mitzeichnern gehört die Petition zu den erfolgreicheren ihrer Art. Wie schwierig das war, wie es jetzt weiter geht und ob Susanne Wiest mit diesem Erfolg gerechnet hätte, darüber spricht sie mit uns im Interview.

»Susanne Wiests »Grundeinkommen«-Petition ist demnächst im Petitionsausschuss« herunterladen

 

detektor.fm ist Medienpartner des Kongresses „Öffentlichkeit und Demokratie“.


Es wurde bereits 1 Kommentar zu diesem Artikel geschrieben. Diskutieren Sie mit.
  1. Axel Wartburg

    Axel Wartburg am

    Herzliche Morgengrüße!

    Die Demokratie ist von jeher die Diktatur der Minderheit über die Mehrheit.
    die Meinung, dass Demokratie mit “Mitbestimmung” gleich zu setzen sei, ist reine Propaganda.

    Im alten Griechenland war Demos, die gesamte Gemeinde. Das Idios, die Masse des Volkes, hatte nur zu malochen und das System nicht zu hinterfragen.
    Idios scheint der Wortstamm für Idiot zu sein.

    Auch eine interessante Meinung zur “parlamentarischen Demokratie” formuliert Volker Pispers, bei Youtube unter dem Begriff “NEU - Volker Pispers - 3Sat Festival 2010 | 2/3”

    Herzliche Grüße

 

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