Volksabstimmung auf Malta: Wird die Scheidung eingeführt?

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Auf Malta sind Scheidungen nicht möglich. Eine Volksabstimmung am Samstag könnte das ändern. Wir sprechen mit einem Pfarrer vor Ort.


Volksabstimmung auf Malta: Wird die Scheidung eingeführt? Wenn der Ehering zur Handschelle wird, die erst der Tod wieder lösen kann: Das Recht auf Scheidung gibt es nicht überall. © der Montage: Andreas Herrmann / berwis / pixelio.de / detektor.fm

Man kann es sich kaum vorstellen: Das flächenmäßig kleinste EU-Mitglied verbietet seinen Einwohnern die Scheidung. Ist die Ehe auf Malta erst einmal geschlossen, gilt sie dort für den Rest des Lebens – "bis dass der Tod euch scheidet".

Am 28. Mai haben die Bewohner von Malta die Gelegenheit, ihre Meinung dazu zu äußern. In einem Referendum stimmen sie ab, ob sie Scheidungen künftig erlauben wollen – oder nicht.

Es geht allerdings nur um eine abgespeckte Version der Scheidung: Zuvor müssten die Ehepartner nämlich vier Jahre voneinander getrennt leben. Das Volksvotum wird dann für die Politik nicht bindend sein und die regierende Partei der christlichen Nationalisten ist dagegen; so gut stehen die Chancen für die Scheidungsbefürworter also nicht.

Wilfried Steen Wilfried Steenist Pfarrer auf Malta. 98 Prozent der Bevölkerung Maltas sind römisch-katholisch, dementsprechend hat die Kirche einen starken Einfluss auf den Staat: Schwangerschaftsabbrüche sind strafbar und sogar das Baden "Oben ohne" ist nicht erlaubt.

Über die Stimmung in der Bevölkerung sprachen wir mit Wilfried Steen, er ist Pfarrer der evangelisch-ökumenischen Andreas Gemeinde auf Malta.

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