Bernd Senf: “Das Zinssystem ist für die Finanzkrise verantwortlich.”

von am

Die Wirtschaftskrise scheint überstanden, doch ihre Ursachen bestehen weiter: "Alle 15 Jahre verdoppelt sich durch Zinsen das Geldvermögen.", sagt der Volkswirtschaftler Bernd Senf.


Bernd Senf: “Das Zinssystem ist für die Finanzkrise verantwortlich.” Zinsen sind für den Anleger eine gute Sachen. Nur treibt das Zinssytem den Finanzmarkt zunehmend in die Enge. / Foto: Jörg Siebauer/ pixelio.de

Die Wirtschaftskrise scheint vorerst überstanden, die großen Bankpleiten sind offenbar abgewendet. Die Staaten haben mehrere hundert Milliarden Euro in die Rettung der Banken gesteckt. Die Gründe für die Wirtschaftskrise scheinen sehr vielschichtig.

Bernd Senf. Bernd Senf.Er beschäftigt sich mit dem Zins- und Geldsystem. Der Volkswirtschaftler und Autor Bernd Senf hat einen Hauptschuldigen für das Finanzdebakel ausgemacht: es sind die Zinsen.

Alle 15 Jahre verdoppelt sich durch Zinserträge das Geldvermögen. Ein solches exponentielles Wachstum wäre überall anders zerstörerisch.  - Bernd Senf, Volkswirtschaftler

Senf sieht nur eine zwischenzeitliche Entspannung an den Finanzmärkten. Nach seiner Ansicht wird eine neue Wirtschaftskrise kommen, wenn sich nichts Grundlegendes am Zinssystem ändert. Doch wie kann man das Zins- und Geldsystem so ändern, dass eine neue Krise verhindert wird?

Das Gespräch mit Bernd Senf und der Antwort auf die Frage können Sie hier hören.

»Volkswirtschaftler Bernd Senf zum Zinssystem und zur Finanzkrise« herunterladen


Es wurden bereits 6 Kommentare zu diesem Artikel geschrieben. Diskutieren Sie mit.
  1. WiKa

    WiKa am

    Ich leg noch eine Kohle drauf, für alle die zu diesem Thema ein Verständnisproblem haben und es nicht so recht wahrhaben wollen, hier der folgende Link:

    http://qpress.de/2010/07/23/jesus-euro-cent-vs-mammon-renditeziel/

    Und bitte bei Zweifeln in jedem Falle einmal selbst nachrechnen. Und behalten Sie bitte beim Lesen im Hinterkopf, das die originäre Geldmenge zum Beginn der Geschichte lediglich 0,01 € beträgt (echtes Geld).

    Wem es danach noch nicht klar ist, dem kann man wahrlich nicht mehr helfen. Bedauerlich, das der Herr Senf von den Medien so in die Ecke gestellt wird, obgleich jeder ernstzunehmende Wirtschaftswissenschaftler seine Thesen vorbehaltlos unterschreiben müssten. Leider ist er im Gegensatz zu vielen andern mit viel dieses virtuellen Geldes nicht in der Lage die Medien zu kaufen, daher wird die Aufklärungsarbeit wohl seitwärts auf diesen Kanälen laufen müssen … bis eines Tages das Zinseszinsleugungsgesetz kommt, wenn der „Minorstream“ zu mächtig werden sollte *g*

  2. Jens

    Jens am

    Passend dazu eine aktuelle Analyse des Handelsblattes über die Scheinwelt der etablierten Ökonomen, die die von Senf aufgezeigten Gefahren in ihren Modellen einfach ausblenden - und offenbar der Meinung sind, dass Krisen einfach dazu gehören.

    http://www.handelsblatt.com/politik/wissenswert/oekonomie-leben-in-der-scheinwelt;2660444;0

    Wie ein anderes Geld für eine Welt ohne solch heftige Finanzkrisen aussehen könnte, kann man hier lesen. Darin wird auch die erwähnte Umlaufsicherung genauer beschrieben.

    http://www.inwo.de/index.php?id=198

    Die vielen konstruktiven, aber wenig bekannten Alternativen wären sicherlich ein weiteres spannendes Interviewthema!

  3. sonny elmquist

    sonny elmquist am

    Warum sieht man in den jetzigen Diskussionen im TV nur die arroganten Wirtschaftsstümper Herr Sinn und Hüther, nicht sympatische, hochintelligente und verstandesklar denkende Professoren wie Herrn Senf, die die Probleme direkt ansprechen und Lösungen anbieten.

  4. Christian Bollert

    Christian Bollert am

    Wir bitten bei den Kommentaren um eine sachliche Diskussion. Gerade mussten wir einen antisemitischen Kommentar löschen.

  5. rudolf

    rudolf am

    Schade, dass alle, die nicht der gleichen Meinung sind, sofort als arrogant und beratungsresistent eingestuft werden. Was Bernd Senf sagt und schreibt, ist interessant. Muss aber nicht die Wahrheit sein. Ist es auch nicht. Geldvermögen muss nicht gleich Verschuldung sein. Richtig, wo Schulden sind, da muss auf der anderen Seite der Gleichung auch ein Guthaben sein. Aber wachsendes Geldvermögen muss nicht gleich wachsende Schulden sein. Und anderes Geld ändert nichts am Problem.

  6. Stefan

    Stefan am

    Völliger Unsinn. Wenn ich einen Kredit aufnehme, zahle ich zwar Zinsen, aber keine Zinseszinsen. Zinseszinsen würden nur anfallen, wenn ich die Zinsen über neue Kredite finanziere. Das kann ich nicht, das können auch Großkonzerne nicht. Nur Staaten machen das.

    Die Umlaufsicherungsgebühr bleibt letztendlich bei den kleinen Leuten hängen, die Reichen kaufen Aktien und Immobilen umd umgehen das so. Bernd Senf schweigt dazu. Würde ich mein Geld zinslos an eine Bank geben, dann würde sie es nicht zinslos verleihen, wenn die Bank durch Aktien, Immobilien, Hedgefonds, Spekulation weiterhin Kapitalerträge erzielen kann.

    Die kleinen Leute, die letztendlich die Umlaufsicherungsgebühr zahlen, haben aber ohnehin keinen Spielraum zum Sparen. Daher verpufft die Wirkung.

    Zum “Josefspfennig”: Rechnet mal nach:

    Geldanlage: 0,01 Euro
    Zinsen: 3%
    Inflation: 2,2%
    Kapitalertragssteuer: 25%

    Was hat man nach 2000 Jahren?

 

Kommentar verfassen

Einfaches HTML (<a>,<b>,<i>,<code>,<blockquote>) ist erlaubt.

Wir veröffentlichen alle Kommentare, die nicht diffamierend oder rechtlich bedenklich sind. Wir bemühen uns binnen 24 Stunden alle Kommentare freizuschalten.


Das könnte Sie auch interessieren:

Stichwort: Kreditausfallversicherungen - oder die Wette auf den Staatsbankrott

Stichwort: Kreditausfallversicherungen - oder die Wette auf den Staatsbankrott

Eigentlich sollen Kreditausfallversicherungen Anleger vor einer Staatspleite schützen. In der Realität wird allerdings befürchtet, sie könnten das Gegenteil bewirken. mehr