Olympia: Deutsche Erfolg bleiben rar – woran liegt’s?

07.08.2012

Die Deutschen fallen zurück bei Olympia. Gerade mal den neunten Platz belegen unsere Olympioniken im Medaillenspiegel. Aber woran liegt das? Werden deutsche Athleten falsch gefördert?

Schwamm früher Weltrekorde: Paul Biedermann bei der Schwimm-WM 2011 in China. Foto: © Daniel Kopatsch/dapd

Professor für Sportökonomie an der Universität Hamburg.Wolfgang MaennigProfessor für Sportökonomie an der Universität Hamburg. 

Irgendwie hat man die Olympia-Euphorie der letzten Jahre anders in Erinnerung. Mehr Medaillen, mehr Erfolge, mehr erste Plätze. Dieses Jahr bleiben gerade letztere weitestgehend aus. Deutschland liegt im Medaillenspiegel auf Platz 9 – groß ändern wird sich das wohl nicht mehr. Sonst hat Deutschland es immerhin auf Platz 5 oder 6 geschafft, in den 90er Jahren sogar mal auf Platz 3.

Um das zu ergründen, lohnt es sich, einen Blick auf die Sportförderung in Deutschland zu werfen. Nur wenige deutsche Athleten können tatsächlich vom Sport leben. Nebenbei arbeiten zu müssen, heißt allerdings: weniger Zeit zum Training. Deshalb gehen einige deutsche Sportler den Umweg über die Bundeswehr. Dort können sie finanziell gefördert werden und sich voll und ganz auf ihr Training konzentrieren. Was aber, wenn ihre Sportlerkarriere vorbei ist? Wohin dann, ohne weitere Ausbildung? Und reicht es, einfach nur mehr Geld in die Sportler zu stecken?

Es drängt sich die Frage auf, ob Deutschland nicht sein gesamtes Konzept zur Sportförderung überarbeiten und alternative Modelle in Erwägung ziehen sollte.

Darüber haben wir mit Wolfgang Maennig gesprochen. Er ist Professor für Sportökonomie an der Universität Hamburg, arbeitet an den Finanzgutachten für Olympia-Bewerbungen mit und hat selber Olympisches Gold im Rudern geholt.

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