Etappensieg: Das “bedingungslose Grundeinkommen” im Bundestag

von am

Spätestens jetzt kann man die Idee nicht mehr ignorieren: die Petition zur Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens war so erfolgreich, dass sie heute Thema eine persönliche Anhörung im Bundestag war.


Etappensieg: Das “bedingungslose Grundeinkommen” im Bundestag Dort wollte sie rein, mit ihrer Petition: Susanne Wiest erklärte heute vor dem Petitionsausschuss ihre Initiative. / © Timur Emek (dapd)

Susanne Wiest Susanne Wiestkämpft für das Grundeinkommen. Vor knapp zwei Jahren hat die Tagesmutter Susanne Wiest aus Mecklenburg-Vorpommern eine Petition in den Bundestag eingereicht, in der sie ein bedingungsloses Grundeinkommen fordert. Demnach soll jeder Erwachsene 1500 Euro und jedes Kind bzw. jeder Jugendliche 1000 Euro monatlich erhalten, so die Vorstellung von Susanne Wiest. Knapp 53 000 Menschen in Deutschland haben diese Petition unterzeichnet. Damit ist es eine der erfolgreichsten und meistunterzeichneten Petitionen der letzten Jahre. Heute wurde dieser Antrag im Petitionsausschuss des Bundestages verhandelt - und vor Ort verfolgt hat das unsere Redakteurin Anne Fromm.

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Es wurden bereits 8 Kommentare zu diesem Artikel geschrieben. Diskutieren Sie mit.
  1. Karin Heringhaus

    Karin Heringhaus am

    Es erforderte schon Mut, diesem Gremium gegenüber so souverän aufzutreten. Erfreut hat mich, dass die Idee durchaus aufgenommen wurde und man sich einer solch gravierenden Neustruktur nicht prinzipiell abweisend verhielt. Der Staatssekretär hat leider ein Verhalten gezeigt, das mich abgestoßen hat.

  2. Cara

    Cara am

    Richtig. Sehr gute Idee das Bedingungslose Grundeinkommen. Auf jeden Fall sollte zudem der Punkt der Krankenversicherung bedacht werden und die Aufrechterhaltung eines Sozialsystems ähnlich wie aktuell, im dem Fall, daß festgestellt wird, evtl. nach Jahren, daß dieses System nicht finanzierbar ist und der Druck so groß wird, daß es aufgelöst wird. dann hätten wir ein Land wie die USA ohne jedes Sozialsystem! Aktuell ist dieser Punkt sehr strittig zwischen den größten regierenden Meinungsinhabern in den USA und dort zeigt sich, daß es schwer ist ein solches System einzuführen trotzdem viele Menschen dort unter schlechter ärztlicher Versorgung leiden. Unseres hat eine so lange Tradition, seit es von Bismarck eingeführt wurde und dieses war einer der größten Errungenschaften Deutschlands! Diese gilt es nicht vor lauter monetärem Anreiz zu übersehen!

  3. Hannemann

    Hannemann am

    BGE=Gerechtigkeit, Freiheit und Wohlstand global fuer alle!

    Wie soll ein einkommensfinanziertes BGE funktionieren, wenn bald kaum noch Bürger entlohnt werden???
    Es kann nur ein verbrauchsteuerfinanziertes BGE auf Dauer das Einkommen für alle sichern, wer soll die Renten zahlen, wenn es immer weniger Beitragzahler und mehr Rentner hat, kommt auf einen Rentner bald ein Beitragzahler, bricht das System zusammen - mal etwas einfacher erklärt!

  4. ulrich

    ulrich am

    ich habe mit vergnügen in berlin im übertragungsraum die anhörung verfolgt. kompliment an susanne ...  auch an den ganzen ausschuss.
    @hannemann: “es kann nur ein verbrauchsteuerfinanziertes” system sein ... es gibt sicherlich mehr gedankliche modelle ... die idee der “monetative” habe ich frisch von einem vortrag von prof. senf aus berlin mitgebracht (mehr: http://www.monetative.de), was mir auch gut gefällt ist die besteuerung von allen geldtransaktionen (die elektronischen und auch die an geldautomaten, konzept von professor feige) ... oder das auszahlen des bge durch ein regionalgeld ... es gibt viele ideen :-) ... aber, um susanne wiest zu zitieren “erst der beschluss, ein haus zu bauen, dann die weiteren pläne”
    grüße aus bonn
    ulrich

  5. christoph widera

    christoph widera am

    „Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“

    Victor Hugo

  6. Hau´ den Konservativen

    Hau´ den Konservativen am

    Die Einführung eines BGE wäre natürlich eine tolle und sehr fortschrittliche Sache. Man sollte jedoch auch so realistisch sein und erkennen, dass dies mit einer konservativen Regierung niemals machbar sein wird - ganz egal wie hoch die Arbeitslosenzahlen noch steigen werden. Die Bürger sollten erst einmal dafür Sorge tragen, dass diese unsägliche Regierung auf dem Müllhaufen der Geschichte geparkt wird - ansonsten wird es niemals Raum für progressive Ideen geben. Natürlich muss die Idee auch sehr gut durchdacht werden, bis man ein möglichst perfektes Modell hat. Kompliment auch an Susanne Wiest und alle Unterstützer.

  7. Holzi

    Holzi am

    Großes Kompliment an Susanne Wiest!!!!
    Sie zeigt uns, dass jeder in seinem Umfeld weiter informieren und argumentieren muss, bis die Saat aufgegangen ist. Wichtig für mich war auch ihre Ausführung dazu, wer der Souverän im Staat ist:
    “..und wenn wir Bürger das bedingungslose Grundeinkommen mehrheitlich als Lebensbasis wünschen, werden wir sie, unsere gewählten Volksvertreter, mit der Umsetzung beauftragen!!”
    Wir Bürger müssen diese Idee weiterverfolgen, weiterentwickeln und dürfen sie nicht aus der Hand geben!

  8. martin@bartonitz.net

    martin@bartonitz.net am

    Auch ich möchte Frau Wiest meinen Respeckt aussprechen. Hervorragend und Authentisch.
    Ob es genau dieser Entwurf sein muss, ist unerheblich. Wichtig ist allein die Klärung nach ethischen Grundsätzen, ob wir unsere Mitmenschen, die aus welchen Gründen auch immer (biologisch, Umgebung, Pech, ...), ein unwürdiges Leben leben lassen dürfen.
    Als ein wichtiges Gegenargument wurde auf einen mangelnden Anreiz verwiesen, arbeiten gehen zu wollen.
    Wir Menschen sind intrinsisch motiviert und wollen uns selbstverwirklichen. Wenn uns keine Steine in den Weg gelegt werden, dann werden wir immer etwas tun wollen.
    Weitere Details genau dazu habe ich hier zusammengefasst:
    http://faszinationmensch.wordpress.com/2010/12/31/konnte-das-bedingungslose-grundeinkommen-uns-zu-einem-wurdevollen-leben-fuhren/

 

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