Gefällt-mir-Button verboten: Datenschützer gehen gegen facebook vor

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Überraschung in Schleswig-Holstein: Wer dort Facebooks «Gefällt Mir-Button» einbindet, macht sich fortan strafbar - Datenschützer drohen mit Bußgeldern. Facebooks Antwort und eine juristische Einschätzung.


Gefällt-mir-Button verboten: Datenschützer gehen gegen facebook vor Facebook wird schon länger von Datenschützern sehr genau unter die Lupe genommen wird. / Foto: © Alexander Klaus/pixelio

Facebook und die deutschen Datenschützer, das ist ein Kampf, der schon seit einiger Zeit vor sich hinschwelt. Die Deutschen sind hierbei allerdings ziemlich machtlos, denn Facebook ist eine US-amerikanische Firma, die nicht nach deutschem Datenschutzrecht verantwortlich gemacht werden kann.

Das Unabhängige Datenschutzzentrum in Schleswig Holstein bläst trotzdem zum Angriff auf das Soziale Netzwerk: Der Gefällt-mir-Button und andere soziale Plugins sollen gegen geltendes Recht verstoßen, meinen die Datenschützer. Sollten Webseitenbetreiber ihn nicht bis Ende September 2011 deaktivieren, drohen ihnen bis zu 50.000 Euro Bußgeld. Diese Strafe könnte dann vor allem Blogger und Firmen treffen, die das Netzwerk als wichtiges Marketinginstrument nutzen.

Facebook sieht den Vorwürfen gelassen entgegen. In einer Stellungnahme heißt es:

Wir löschen diese technischen Daten innerhalb von 90 Tagen. Damit entsprechen wir den üblichen Branchenstandards. Die Informationen erhalten wir ungeachtet, ob ein Nutzer bei Facebook eingeloggt ist oder nicht. Dies liegt im Wesen des Internets.

Udo Vetter Udo Vetterist Rechtsanwalt, Strafverteidiger und betreibt den «law blog». Ob die Forderung der Schleswig-Holstein'schen Datenschützer Facebook wirklich treffen oder - ähnlich vergleichbaren Versuchen - nur heiße Luft sind, haben wir mit Udo Vetter besprochen, Macher des renommierten "Law Blog" und Anwalt mit Schwerpunkt Medienrecht.

Er hält die Drohung der schleswig-holstein'schen Datenschützer für skandalös: sie treffe die falschen und führe lediglich dazu, dass kleinen Unternehmen ein wichtiges Marketinginstrument verboten wird.

Das gesamte Interview mit Udo Vetter gibt es hier zum anhören:

»Udo Vetter zur Drohung der Datenschützer« herunterladen


Der Gigant antwortet: Facebooks Reaktion

Es hat nicht lang gedauert, da wies Facebook alle Vorwürfe zurück. Mit welcher Begründung, das kann in der kompletten Stellungnahme von Facebook gehört werden:

»Stellungnahme eines Facebook Sprechers« herunterladen


Es wurden bereits 5 Kommentare zu diesem Artikel geschrieben. Diskutieren Sie mit.
  1. Thorsten Trischake

    Thorsten Trischake am

    Ich persönlich finde das Verbieten des Like Buttons sehr gut! Weiter so liebe Datenschützer!

  2. Thomas

    Thomas am

    Die haben doch einen Schlag. Nichts anderes zu tun. Datenschützer !!!! Die haben alle zuhause nichts zu sagen. Die brauchen ein Zugpferd damit sie sich profilieren können.

  3. Datendeppen

    Datendeppen am

    Ich weiß nicht was dieser Stumpfsinn wieder soll. Das ist doch nichts weiter als die Vorbereitung mit Abmahnmöglichkeiten wieder Kohle einzusacken. Datenschutzparanoia ist das, sonst nichts.

  4. Betti

    Betti am

    Hm. Ich versteh nicht, warum der Button gegen den Datenschutz verstoßen soll.
    Es bleibt doch jedem selbst überlassen, den Button anzuklicken.

  5. fabian

    fabian am

    “Hm. Ich versteh nicht, warum der Button gegen den Datenschutz verstoßen soll.
    Es bleibt doch jedem selbst überlassen, den Button anzuklicken. “

    Weil bereits bei der normalen Einbindung des Gefällt mir Buttons Daten übertragen und diese gespeichert werden. Was Facebook dann weiß, da bin ich mir ziemlich sicher, ist bei Facebook Nutzern diesen schnell zuordenbar und Nichtnutzer kriegen quasi auch ihr Profil erstellt.
    Die Bewegungen im Internet von beiden werden dabei in jedem Fall verfolgt und protokolliert. Bezweifle, dass dir gefällt, wenn dir jemand ungefragt auf der Straße hinterherläuft?

 

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