“Faire Milch” für glückliche Bauern

von Marten Hahn am

Trotz EU-Subventionen fürchten deutsche Bauern um ihre Existenz. Nun soll der Konsument helfen. Lebensmittelketten bieten "faire Milch" von lokalen Erzeugern.


“Faire Milch” für glückliche Bauern Eine glückliche Kuh? Foto: Sascha Schuermann/ ddp

Alois Heissenhuber Alois Heissenhuberist Agrarökonom und leitet den Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Landbaus der TU München In den Supermarktregalen finden sich seit ein paar Wochen neue Milchpackungen. In Sachsen beispielsweise gibt es Milch, die "zehn Cent mehr für die Produzenten" verspricht. In Bayern, Baden-Würtemberg und Hessen haben die Bauern selbst „faire Milch“ in die Regale der Lebensmittelketten gebracht, um ihre Kassen aufzubessern. Die Bauern hoffen jetzt auf das Bewusstsein und die Macht der Konsumenten.

Auf der einen Seite: EU-Subventionen. Auf der anderen: ein Aufpreis für "faire Milch", der direkt den lokalen Erzeugern zugute kommen soll. Wir haben den Argrarökonom Alois Heißenhuber vom Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Landbaus der TU München gebeten, etwas Licht in das Dunkel der Milchwirtschaft zu bringen.



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  1. Wer denkt an die Kühe?

    Aus Sicht der Kühe gibt es keine „faire Milch“. Denn die gesamte Milchindustrie ist ein krankes System, das auf der gnadenlosen Ausbeutung von Kühen basiert und demnach keine Zukunft haben kann. Eine gesunde und zukunftsweisende Landwirtschaft baut auf pflanzliche Milch-Alternativen: Hafermilch, Reismilch, Mandelmilch, Sojamilch. Hier sollte eine von den Agrarministern geforderte Hilfe der EU ansetzen: Förderung von Umstellungsbetrieben auf vegane Produktion. Die enorme Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen kann man heute in jedem Supermarktregal sehen.

    Alle reden von der Milch, kaum einer denkt an das Recht der Kühe auf unversehrtes Leben. Wie es auf Milchviehbetrieben zu gehen kann, beweist die neueste Undercover-Enthüllung von PETA USA über einen der größten Milchproduzenten der USA, der ebenfalls im globalisierten Milchmarktgeschäft mitmischt. Der Konsument hat die Macht, sich gegen die von langer Lobby-Hand gepuschte Nachfrage an Milchprodukten zu wehren. Keiner würde sein Haustier derart grausam ausbeuten, wie wir es gedankenlos bei den Kühen tun. Mitgefühl, Verantwortung und persönliche Entscheidung sind gefragt!

 

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