Gesund Leben | Unabhängige Ärzte pfeifen auf die Pharmalobby

30.04.2012

Eine Kaffeetasse, ein Kugelschreiber und Arzneimuster - all das sind typische Geschenke der Pharmaunternehmen, die man fast in jeder Arztpraxis sieht. Doch wo hört Information auf und wo fängt Bestechung an? Mezis ist eine Initiative von Ärztinnen und Ärzten, die sich von der Lobby nicht beeinflussen lassen wollen.

Pillen sind ein teures Geschäft. Niedergelassene Ärzte bekommen fast täglich Besuche von Pharmavertretern.

Foto: Harry Hautumm, pixelio.de

Nik Konecznyist unbestechlich. Er ist Internist, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Witten/ Herdecke und Mitglied bei Mezis. 

„Mein Essen zahl´ ich selbst.“ Das haben elf Ärzte vor fünf Jahren beschlossen und die Organisation „mezis“, kurz für „Mein Essen Zahl´ Ich Selbst“, gegründet. Mezis steht für die Initiative unbestechlicher Ärztinnen und Ärzte, mittlerweile gehören ihr mehr als 300 Mitglieder an. Sie haben sich selbst eindeutigen Regeln unterworfen:

 

* Keine Besuche von Pharmavertreterinnen und -vertretern
* Keine Arzneimittelmuster und Geschenke
* Auf Fortbildungsveranstaltungen zahlen wir das Essen selbst
* Keine Durchführung von Anwendungsbeobachtungen
* Abschaffung der Pharma-gesponserten Praxissoftware
* Besuch herstellerunabhängiger Fortbildungsveranstaltungen
* Fortbildungspunkte nur aus herstellerunabhängigen Veranstaltungen und Fachzeitschriften


Ein Blick auf die Methoden der Pharmaindustrie lässt ahnen weshalb das nötig ist: Trotz Heilmittelwerbegesetz, das es verbietet Medikamente außerhalb von Fachkreisen zu bewerben, versucht die Industrie auf allen Kanälen Einfluss zu nehmen.

 

Wie das funktioniert und wie sich die mezis dagegen wehren, hat Nik Koneczny erklärt. Er ist Internist und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Witten/ Herdecke – und pfeift auf die Pharmalobby.

 

Kommentare:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *