Wie gut kommen mittelständische Unternehmen in Deutschland an Geld?

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Die französische Regierung will die Wirtschaft beleben und gründet eine Bank, extra für den Mittelstand. Die neue Staatsbank soll Kredite zur Verfügung stellen, wo nötig. Brauchen wir so etwas auch in Deutschland?


Wie gut kommen mittelständische Unternehmen in Deutschland an Geld? Hoch und höher - die Wolkenkratzer der Banken. / Foto: © Martin Oeser/dapd

Mario Ohoven Mario OhovenPräsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft. Die französische Regierung gründet eine Staatsbank, die mittelständischen Unternehmen Kredite zur Verfügung stellt, und will so die Wirtschaft beleben. 35 bis 40 Milliarden Euro soll diese Bank zur Hand haben.

Kredite bei großen Banken zu bekommen, soll für kleine Unternehmer schwer sein. Ist es für denn für den deutschen Mittelstand einfach genug, an Geld zu kommen?

Diese Frage haben wir dem Präsidenten des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, Mario Ohoven, gestellt. Er sieht eine solche Bank in Deutschland nicht als notwendig an.

90 Prozent der Kreditanfragen von unseren Unternehmen in Deutschland werden bereits bewilligt. Und auch über das Zinsniveau können wir uns nicht beklagen. (Mario Ohoven)

Im Interview mit detektor.fm beurteilt er außerdem das internationale Bankenabkommen Basel III und die Auswirkungen, die es auf kleine und mittlere Unternehmen hat.

»Mario Ohoven im Interview zu einer Mittelstandsbank« herunterladen

Einschätzung zur geplanten Bankenaufsicht in der EU

Ohoven war selbst lange Zeit Banker, seine Prognosen für den Wirtschafts- und Finanzmarkt sind gefragt. Wir haben ihn nach seiner Meinung zur geplanten Bankenaufsicht für die EU gefragt. Diese Aufsicht soll alle Geldhäuser in der EU kontrollieren und so Finanzkrisen vorbeugen.

Auf einem EU-Gipfel in Brüssel hatten sich Staats- und Regierungschefs der EU auf einen Zeitplan verständigt. Sie wollen demnach bis zum 1. Januar 2013 den rechtlichen Rahmen für eine Bankenaufsicht schaffen, die ihre Arbeit allerdings erst später aufnehmen soll. Ohoven warnt vor allem davor, die Europäische Zentralbank zur Bankenaufsicht heranzuziehen. Sie könne nicht Geld drucken und zugleich Banken kontrollieren.

„Die EZB muss eigenständig bleiben. Wenn sie bei der Aufsicht versagt, muss sie Liquidität nachschießen. Damit beschränkt sie selber ihre Unabhängigkeit.“ (Mario Ohoven)

Er forderte weiter, sollte es eine Bankenaufsicht geben, dürfe diese nicht bei der EU angesiedelt sein. Nur so könnte vermieden werden, dass Staaten Einfluss auf sie nähmen.

„Wir müssen ein Gremium schaffen, das international ist und das vor allen Dingen unabhängig ist.“ (Mario Ohoven)

Ohovens komplette Einschätzung zur geplanten Bankenaufsicht können Sie hier nachhören.

»Mario Ohoven im Interview zu einer Bankenaufsicht« herunterladen

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