Digitalisierung und Mode in Paris

Die Umkleide ist tot. Lang lebe die Umkleide 2.0!

05.12.2017

Ein Mausklick und schon hat man eine neue Hose, ein Paar neue Stiefel, einen neuen Pulli. Das World Wide Web macht es möglich. Doch ist das Online-Shopping wirklich die Zukunft?

Der Großteil kauft im Laden

Wenn man sich die Verkaufszahlen in der Luxusmodebranche anschaut, sieht man Folgendes:

Zwischen 80 und 95 Prozent der Käufe – je nach Land und Kategorie – werden in Läden getätigt. In dem Prêt-à-porter gibt es einen höheren Anteil an Online-Käufen, aber auch hier kauft der Großteil im Laden. – Alicia Birr, Werbeplanerin

Grund dafür ist einerseits, dass sich Kleidung am Besten verkauft, wenn man sie vorher anprobiert hat. Andererseits scheint auch ein gewisser Teil der Konsumenten, und dazu gehören auch die internetaffinen Millenials, Shopping als ein Erlebnis einstufen, das sie in der realen und nicht in der virtuellen Welt erleben möchten.

Soziale Netzwerke beeinflussen unsere Kaufentscheidungen

Das heißt aber nicht, dass unser Konsum nicht immer mehr vom Internet beeinflusst wird. Die sozialen Netzwerke sind starke Marketingportale, die Modemarken für sich zu nutzen wissen.

Es gibt zwei Phänomene, die herausstechen in der Kommunikation über Mode. Zum einen ist es natürlich geworden, sich Kleidungsstücke über digitale Mittel zu beschaffen, weil wir die richtigen Apps haben, und auch gewohnt sind, sie zu nutzen. (…) Zum anderen entsteht ein Phänomen der Nähe. Mode wird uns greifbar gemacht, weil Sie auf sozialen Netzwerken präsent ist. – Valérie Jeanne-Perrier, Wissenschaftlerin Pariser Universität für Journalismus (Celsa)

Der neue Trend im Marketing sind deshalb Influencer, also einflussreiche Personen in sozialen Medien. Diese bewerben aber nicht einfach zufällig Produkte. Die Pariser Start-Ups Lefty und Reech nutzen ausgetüftelte Algorithmen, um herauszufinden, welche Marken am Besten zum Abonnentenkreis eines Influencers passen.

Eine Spurensuche über Influencer, Mode-Apps und digitalisierte Umkleiden in der Mode- und Techhauptstadt Paris von detektor.fm-Reporterin Klara Fröhlich.

Redaktion: Klara Fröhlich