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Französische Spielerinnen betreten das Stadion Parc au Prince in Paris. Foto: AFP | Lionel Bonaventure
Bild: AFP | Lionel Bonaventure

Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen

„Als Frau noch weit hinten dran“

Heute startet die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen. Aber sind Frauen im Sport noch immer unterrepräsentiert? Eine ehemalige Nationalspielerin erzählt von ihren Erfahrungen im Profisport.

Weltmeisterschaft – und kaum einer kriegt’s mit

Heute startet die Fußball-Weltmeisterschaft. Gastgeber Frankreich trifft zum Auftakt auf Südkorea. Viele Sport- und Fußballfans haben davon allerdings kaum etwas mitbekommen, da Frauenfußball abseits der Großevents wie EM oder WM kaum eine Rolle spielt. Medial findet sie im Vergleich zu einer WM der Männer kaum statt. Die obligatorischen Deutschlandfahnen am Auto fehlen und auch von Public Viewing ist kaum die Rede.

Werbespot schlägt Wellen

Angekommen ist die Nachricht des Turniers bei den meisten durch einen provokanten Werbespot des langjährigen Werbepartners „Commerzbank“. Darin konfrontieren die Nationalspielerinnen die Öffentlichkeit damit, dass viele überhaupt nichts über die Frauen-Nationalmannschaft und ihre Erfolge wissen. Star-Spielerinnen wie Friederike Popp kämpfen im Spot gegen Vorurteile und sprechen davon, längst ihr eigenes Idol zu sein.

Wir entwickeln uns weiter, aber eben nur in kleineren Schritten. – Jennifer Zietz, ehemalige Nationalspielerin

Fußball, eine Männerdomäne

Fußball wurde immer als Männerdomäne bezeichnet. Gründe dafür liegen sicherlich auch in den immer wieder tradierten typischen Geschlechterrollen. Denn während Jungs häufig aufgefordert werden, „wild zu sein“, werden Mädchen zur Zurückhaltung ermahnt. Aussagen wie die von Helen Grant, der ehemaligen britischen Sportministerin, tun ihr übriges. Sie hatte Mädchen empfohlen, Sportarten auszuüben, „bei denen sie wunderschön und sehr weiblich aussehen.“

Das spiegelt sich auch in den Vorständen und der Fanszene wider: Dass der Zweitligist St. Pauli mit Sandra Schwedler eine Frau im Aufsichtsrat der Männerabteilung sitzen hat, ist ein Novum in der Branche. Sie fordert, dass sich der Anteil der weiblichen Stadionbesucher auch in Zukunft in Vorständen und Aufsichtsräten wiederfindet. Sie möchte Vorbild sein.

Warum der Frauen-Fußball so unterrepräsentiert ist, über die Bedeutung von professionellen Kampagnen und Ansätze in der Nachwuchsförderung, um den „Jungs-Sport“ endlich auch Mädchen näherzubringen, darüber spricht detektor.fm-Moderatorin Amelie Berboth mit der ehemaligen Nationalspielerin Jennifer Zietz.

Jenny Zeitz - ehemalige Nationalspielerin und Co-Trainerin beim 1.FFC Turbine Potsdam.

ehemalige Nationalspielerin und Co-Trainerin beim 1.FFC Turbine Potsdam.
Da geht’s zum Beispiel auch um Siegprämien oder auch um Gehälter, obwohl Frauen den gleichen Aufwand betreiben wie die Männer.Jenny Zeitz
Ex-Nationalspielerin Jennifer Zietz über die Frauenfußball-WM 05:32

Redaktion: Esther Stephan und Frederik Trautmann

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