Green Radio | Mikroplastik in Kosmetik

Selbermachen – Umwelt schonen

29.09.2016

Sich schön mit Plastik einreiben: Kein Fetisch, sondern Alltag bei der Verwendung vieler Kosmetikprodukte. Denn etliche Reinigungslotionen, Feuchtigkeitscremes und Duschgels enthalten Mikroplastik, das beim Abwaschen ins Abwasser gerät. Kosmetik selbst herstellen kann also die Meere retten. Und so geht's.

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In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt

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Make-Up mit Polyethylen, Peeling mit Polypropylen oder Polyamid: In solchen Produkten versteckt sich meist ein Puder aus kleinen Plastikteilchen. Manche davon sind kleiner als ein Millimeter und trotzdem mit dem bloßen Auge erkennbar. In anderen steckt das Plastik in flüssiger Form.

Beim Abwaschen gelangen diese Stoffe ins Abwasser und landen so in Flüssen und Meeren. Dort wird das Plastik von Fischen gefressen und sorgt in deren Mägen für Entzündungen. Gegebenenfalls landen diese Tiere dann auf unseren Tellern.

Laut dem Umweltbundesamt liegt in Deutschland die Menge an Mikroplastik in Kosmetikprodukten bei jährlich 500 Tonnen. Einen Überblick zu den verschiedenen Herstellern hat der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) erstellt. Auch Greenpeace hat für Verbraucher eine Liste zusammengestellt, die erklärt, was genau sich hinter den verschiedenen Inhaltsstoffen in Kosmetik-Produkten verbirgt. Welche man meiden sollte, verrät uns Dr. Sandra Schöttner.

Sandra Schoettner, Greenpeace Germany oceans campaigner.
Sandra Schoettner, Meeresbiologin und Meerescampaignerin bei Greenpeace e.V.Wir haben einen praktischen Einkaufsführer fürs Portmonee entwickelt. Dr. Sandra Schöttnervon Greenpeace. Foto: Axel Kirchhof 

Natur-Kosmetik verzichtet auf Plastikbestandteile

Zertifizierte Naturkosmetik hingegen kommt ohne Mikroplastik aus. Stattdessen werden Kreide und Kieselerde als Putzkörperchen verwendet – so zum Beispiel bei den Zahncremes der Marken Logona und Sante. In den Peelings von Martina Gebhardt werden feingemahlene Olivenkerne dazu benutzt, alte Hautschüppchen abzurubbeln.

Alternativ können Verbraucher ihre Kosmetikprodukte auch selbst herstellen. Dem steht die Stiftung Warentest allerdings skeptisch gegenüber, sagt Ina Bockholt.

ina bockholt stiftung warentestSchnell kann etwas Selbstgemachtes ranzig werden. Sowas kann auch schlecht für die Haut sein.Ina Bockholt von der Stiftung Warentest.  

Theresa Wenzel hat sich davon nicht abschrecken lassen. Sie hat gängige Produkte wie Stärke und Natron aus Supermarkt oder Apotheke benutzt, um daraus Deo zu machen. Das ist ganz einfach, sagt die Leipzigerin.

Ich war lange auf der Suche nach einem Deo, das kein Aluminium enthält und aus ökologischen Zutaten stammt und trotzdem wirkt. Ich habe sehr viel ausprobiert, teilweise sehr viel Geld ausgegeben, war aber mit nichts so richtig zufrieden. – Theresa Wenzel

Jetzt hat sie offensichtlich eine Lösung für dieses Problem gefunden: Selbermachen. Wie das geht, hat sie detektor.fm-Reporterin Insa van den Berg erzählt.


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