Massive Vorurteile gegen Sinti und Roma

Antiziganismus trotz Gypsy-Style und Balkan-Beats

04.09.2014

Sinti und Roma sind in Deutschland massiven Ressentiments ausgesetzt. Der "Gypsy-Lifestyle" jedoch ist seit vielen Jahren in der Popkultur sehr angesagt. Wie passt das zusammen?

Sinti und Roma sind offenbar die unbeliebteste Bevölkerungsgruppe des Landes. Die meisten Deutschen wollen sie nicht als Nachbarn haben. Jeder Fünfte plädiert sogar für eine Abschiebung. Das zeigt der jüngste Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

Sinti und Roma: Beliebte Popkultur

Dabei steht den massiven Vorurteilen eine sehr beliebte Popkultur gegenüber. Die Gypsy-Mode kommt gefühlt alle zwei Jahre wieder auf die Laufstege, in die Schaufenster und dann in die Kleiderschränke. Zu Balkan Beats wird schon seit Jahren gern getanzt. Auch die „Zigeuner-Komödien“ von Emir Kusturica, wie „Schwarze Katze, weißer Kater„, sind beim Publikum seit Jahren sehr beliebt.

Über diese scheinbar gegenläufigen Tendenzen haben wir mit dem Leipziger Tsiganologen Olaf Günther gesprochen. Die Tsiganologie wird auch „Zigeunerkunde“ oder „Zigeunerwissenschaft“ genannt. Rassismusforscher kritisierten die Bezeichnung und Forschungsrichtung.

Olaf Günther hat uns erklärt, warum er als Ethnologe von „Zigeunern“ spricht und wodurch sich diese aus seiner Sicht von Sinti und Roma unterscheiden.