Mission Energiewende | Klima an Schulen

Klimaschutz im Lehrplan

Klimaschutz ist an deutschen Schulen nur vereinzelt ein Thema. Was muss sich ändern, damit Klimaschutz Teil der Lehrpläne wird und was sind eigentlich „Klimaschulen“?

Klimaschutz an Schulen

Eine UNESCO-Studie aus dem vergangenen Jahr hat ergeben, dass sich junge Menschen durch den Unterricht an Schulen nicht genug auf den Klimawandel vorbereitet fühlen. Für die Umfrage wurden mehr als 17 000 Personen zwischen 11 und 25 Jahren befragt. Auch in Deutschland sind Klimathemen nicht in den Lehrplänen aller Bundesländern fest verankert. Das liegt vor allem daran, dass Themen wie Ursachen und Folgen des Klimawandels oder Klimaschutz fächerübergreifend sind.

Das sind alles Themen, wo es immer darum geht, das eigene Handeln zu überdenken, neue Formen zu erproben, Projekte zu machen und Dinge auszuprobieren und das findet naturgemäß nicht im Unterricht statt.

Silke Ramelow, Referatsleiterin Umweltbildung und Jugendpolitik am BMUV

„Umwelt im Unterricht“

Damit das Lehrpersonal es einfacher hat, Klimathemen im Unterricht anzusprechen, hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) vor mehr als zehn Jahren „Umwelt im Unterricht“ (UiU) ins Leben gerufen. UiU ist eine Webseite, auf der Unterrichtsmaterialien für die Grundschule und Sekundarstufe angeboten werden, die sich jeder kostenlos und ohne Anmeldung herunterladen kann. Dabei widmet sich die Redaktion, die für die Inhalte verantwortlich ist, jeden Monat einem anderen Thema.

Wir haben zum Beispiel im März das Thema Wasser aufgegriffen. Das knüpft an diese Dürre-Ereignisse der vergangenen Jahre an. Das sind Themen in der öffentlichen Diskussion, die möglichst auch an die Lebensrealität anknüpfen.

Sebastian Kauer, Redaktionsleiter "Umwelt im Unterricht"

Foto: Simon Veith

Was bringen „Klimaschulen“?

Inzwischen gibt es in mehreren Bundesländern unterschiedliche Programme, bei denen sich Schulen verstärkt für Klimaschutz einsetzen. Im Februar 2022 hat das bayerische Umwelt- und Kultusministerium das Programm „Klimaschule Bayern“ ins Leben gerufen. Seitdem haben sich knapp 120 Schulen für eine Zertifizierung angemeldet. Um diese zu erhalten, müssen die Schulen ihren eigenen CO2-Fußabdruck ermitteln und anschließend einen Klimaschutzplan erarbeiten. Der Klimaschutzplan kann dabei bis zu acht Handlungsfelder wie Abfall, Kommunikation, Mobilität oder auch Wärme umfassen.

Ich glaube, dass gerade der berufliche Bereich wichtig ist, weil wir halt in kürzester Zeit Leute in die Betriebe entlassen und die Leute das, was sie bei uns an der Berufsschule kennengelernt haben, im Betrieb fortführen können.

Karl Geller, Koordinator "Klimaschule" an der Berufsschule Mindelheim

Foto: privat

Die Berufsschule Mindelheim hat das goldene Zertifikat und die Auszeichnung „Klimameister“ des bayrischen Umweltministeriums erhalten. Mit fächerübergreifenden Projekten lernen die Schülerinnen und Schüler, wie sie Nachhaltigkeitsaspekte in die Unternehmen bringen können. Die Schule hat außerdem Solaranlagen auf den Schuldächern angebracht und setzt sich verstärkt für die Anreise mit dem Fahrrad ein. Das ist auch an anderen Schulen in Deutschland schon ein Thema.

Wie steht es um Klimaschutz an deutschen Schulen? Dieser Frage widmet sich detektor.fm-Moderatorin Ina Lebedjew gemeinsam mit ihrer Kollegin Alina Metz. Sie hat recherchiert, wie Klima- und Umweltthemen derzeit im Schulunterricht angesprochen werden. Dazu hat sie mit Silke Ramelow gesprochen, Referatsleiterin Umweltbildung und Jugendpolitik am BMUV. Wie das Projekt „Umwelt im Unterricht“ dabei hilft, Klimathemen besser in den Schulalltag zu integrieren, erklärt Sebastian Kauer, der für die Konzeption und Redaktion des Projektes verantwortlich ist. Was eine Schule machen muss, um „Klimaschule“ zu werden, beantwortet Karl Geller. Er ist Koordinator des Programms „Klimaschule“ an der Berufsschule Mindelheim in Bayern.

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