Neustart der Deutschland-Tour

Betreuer aus der „Hoch-Doping-Ära“

In dieser Woche startet die Neuauflage der Deutschland-Tour im Radsport. Seit 2008 hat es aufgrund der Doping-Skandale keine Deutschland-Tour mehr gegeben. Trotz des Anti-Doping-Kampfs ist aus Sicht von Beobachtern auch heute Skepsis angebracht. Sportredakteur Johannes Knuth von der Süddeutschen Zeitung erklärt, warum.

Rückkehr der Deutschland-Tour

Am 23. August startet die Wiederauflage der Deutschland-Tour. Das Radrennen führt in diesem Jahr über vier Etappen und insgesamt 737 Kilometer von Koblenz nach Stuttgart. Der Veranstalter der Deutschland-Tour ist die französische Organisation „Amaury Sport Organisation“ (A.S.O.), die unter anderem auch die Tour de France ausrichtet.

Brüche in der Geschichte

Unter dem Titel „Quer durch Deutschland“ hat das Radrennen erstmals 1911 stattgefunden. In der Geschichte hat die Rundfahrt allerdings nur in unregelmäßigen Zeitabständen stattgefunden. Den Versuch eine jährliche Rundfahrt zu etablieren, hatten die Organisatoren zuletzt 1999 unternommen. Denn der Erfolg deutscher Fahrer, wie der Sieg bei der Tour de France von Jan Ullrich zwei Jahre zuvor, hatte damals eine regelrechte Radsport-Euphorie ausgelöst.

Die letzte Austragung der Deutschland-Tour hat dann vor zehn Jahren stattgefunden. Wegen der anhaltenden Doping-Skandale wollten ARD und ZDF seinerzeit nicht versichern, dass sie das wichtigste deutsche Etappenrennen auch 2009 übertragen. Ohne die Einnahmen aus dem Verkauf der Übertragungsrechte ist die Finanzierung der Rundfahrt damals ausgeblieben. Die jetzt startende Neuauflage der Deutschlandtour soll vorerst bis 2028 jährlich stattfinden.

2007/2008 ist die Hochzeit der Doping-Ära gewesen. Dieser Strudel hat in Deutschland sehr viel mit sich gerissen: viele Etappenrennen, viele Sponsoren, die abgesprungen sind, das Fernsehen und eben auch die Deutschland-Tour. – Johannes Knuth, Sportjournalist der Süddeutschen Zeitung

Alles sauber?

Die neue Generation an deutschen Fahrern setzt auf Transparenz und fordert selbst strengere Anti-Doping-Regeln. Die Doping-Kontrollen bei Radrennen gehören schon jetzt zu den strengsten im gesamten Profisport.

Allerdings gibt es eine Entourage an Betreuern und Sportchefs. […] Viele von denen sind in der Hoch-Doping-Ära groß geworden und haben gelernt, dass ohne Stoff nichts geht. – Johannes Knuth

Über die Deutschland-Tour und die Situation im Profiradsport vor zehn Jahren hat detektorfm-Moderatorin Bernadette Huber mit dem Sportjournalisten Johannes Knuth von der Süddeutschen Zeitung gesprochen.

Wir haben weiterhin mit einer Fülle an pharmazeutischen Mitteln Möglichkeiten, die Dopingtest zu umwandern.Johannes Knuth 

Redaktion: Yannic Walther