Schulen gegen Fake News

"Es gibt Handlungsbedarf"

09.08.2017

Viele wissen, dass es sie gibt: sogenannte Fake News. Doch nicht jeder kann sie erkennen. Gerade Kinder tun sich schwer. Das merken auch die Lehrer an deutschen Schulen und sehen sich gezwungen zu handeln.

Fake News

Fake News, Falschmeldungen, Fehlinformation: Vor allem Mainstream-Medien und sozialen Netzwerken wird nachgesagt, dass das Phänomen dort vermehrt auftritt. Der Begriff hat es in der Zwischenzeit sogar in den Duden geschafft. Als Merkmal definiert das Wörterbuch eine manipulative Absicht. Auffällig ist, dass es besonders jungen Menschen schwerfällt, Fakenews von seriösen Meldungen zu unterscheiden.

Im Geschichtsunterricht zum Beispiel: Da glauben viele Schüler, dass Kennedy einer Verschwörung zum Opfer gefallen sei. Wenn man fragt, woher sie das haben, wird auf Meldungen aus dem Internet oder Filme aus dem fiktiven Bereich verwiesen. – Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands

Ein missglückter Versuch

In Niedersachsen gibt es eine App, mit deren Hilfe Kinder leichter Fake News erkennen können. Die niedersächsische Regierung hat das Projekt im Mai gestartet. Bisher kann die App allerdings noch nicht begeistern: Die Idee ist zwar gut, aber die Umsetzung lässt zu wünschen übrig.

Anhand von 19 Fragen soll der User abklären können, ob eine Nachricht echt ist. Die Fragen drehen sich um Fettdruck und eingebettete Videos. Aber nur an solchen Merkmalen allein lassen sich Falschnachrichten nicht identifizieren. Und auch die Frage „Ist die Quelle vertrauenswürdig?“ kommt bei den Nutzern gar nicht gut an. Denn wollte das nicht eigentlich die App beantworten?

Schulen in der Pflicht?

Doch nicht nur die Regierung kennt das Problem. Gerade in Schulen werden Lehrkräfte immer häufiger mit Fehlinformationen konfrontiert.

Ich glaube, dass sich in den Schulen das Problem dadurch verschärft, dass die Schule den Auftrag hat, seriös und valide zu informieren. Das heißt, da besteht quasi eine Gegenaufklärungspflicht. – Heinz-Peter Meidinger

Ein neues Schulfach soll es trotzdem nicht geben. Unter dem Thema Medienkompetenz sollen sich die Lehrer auch den Fake News annehmen. Das soll allerdings kein eigenes Fach sein, sondern in den entsprechenden Fachunterricht integriert werden.

detektor.fm-Moderator Kais Harrabi hat mit dem Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes Heinz-Peter Meidinger über Fake News und entsprechende Lösungsansätze an Schulen gesprochen.

Fake NewsMan spürt immer wieder, dass Fake News in den Köpfen der Schüler vorhanden sind. Das fällt im jeweiligen Fachunterricht auf, wenn Behauptungen, die auf Falschmeldungen beruhen, in den Unterricht eingebracht werden. Heinz-Peter Meidingerist Präsident des Deutschen Lehrerverbands. 

Redaktion: Barbara Butscher