Graf Waldersee, Poyenberger Waldapfel, Immenstedter Pison – so heißen die Apfelsorten, die Deutschlands bekanntester Pomologe Eckart Brandt anbaut. In seinem Boomgarden, im niedersächsischen Helmste, züchtet er alte Sorten.
Die Apfelarche ist eine 2,5 Hektar große Streuobstwiese mit mehreren Hundert Apfelbäumen. Dazwischen wachsen Birnen, Pflaumen und Süßkirschen — allesamt alte Sorten. Sie heißen Schöner aus Hadeln, Schmalprinz oder Pison.
Boomgarden ist das niederdeutsche Wort für Baumgarten. Eckart Brandt hat seinen Boomgarden im niedersächsischen Helmste angelegt, damit diese alten Sorten nicht im hohen Bogen auf dem Abfallhaufen der Geschichte landen.
Die Geschichten seiner Äpfel sind ihm mindestens so wichtig wie ihre Aromen. Und auch seine eigene Geschichte ist alles andere als gewöhnlich: Als Sohn eines einarmigen Imkers wächst er im 600-Seelen-Dorf Wohnste auf, zieht später nach Hamburg, stürzt sich ins pralle Großstadtleben und findet schließlich auf dem Land seine Bestimmung: alte Apfelsorten retten.
Dafür braucht es eine gehörige Portion Chuzpe. Denn Eckart Brandt hat anfangs weder eigenes Land noch besonders viel Ahnung von Obstbau. Dafür aber eine Idee, von der er sich auch dann nicht abbringen lässt, wenn andere ihn belächeln.
In dieser Folge „Gartenradio“ spricht Heike Sicconi mit Eckart Brandt über die faszinierende Vielfalt alter Apfelsorten und das geballte Wissen, das in ihnen steckt. Außerdem lernen wir seine Frau Judith Bernhard kennen. Sie brachte nicht nur Land mit in die Ehe, sondern übernahm auch die akribische Arbeit der Apfelbestimmung.