ibug Festival 2017

"Künstler auf Klassenfahrt"

05.09.2017

Beim Streetart-Festival ibug arbeiten über 100 Künstler aus der ganzen Welt einem Gesamtkunstwerk. Gemeinsam haben sie im August eine alte Bauruine mit urbaner Kunst wieder belebt. Wir waren bei der "Industriebrachenumgestaltung" dabei:

Die Suche nach dem verlorenen Schatz

Jedes Jahr gehen Tasso und sein ibug-Team auf die Suche nach einem ungenutzen, verlassenen Industriegebäude. Mittlerweile schon zum zwölften Mal sind sie in Sachsen fündig geworden. Dieses Jahr wird einer alten Maschinenfabrik in Chemnitz zu neuem Glanz verholfen. Vor über 100 Jahren wurde die Spemafa, eine ehemalige Fleischmaschinenfabrik, gebaut. Seit über zwanzig Jahren steht das Gebäude aber nun schon leer und verfällt. Mit Streetart und Graffiti, Illustrationen und Installationen, Malerei und multimedialen Projektionen wird das Gelände durch die ibug zu einem bunten Gesamtkunstwerk umgestaltet.

Künstler aus der ganzen Welt

Über 100 Künstler sind an dem Projekt beteiligt. Und die Nachfrage wächst. Das Team muss deshalb vorher koordinieren, ob und wann die Künstler arbeiten können. Dieses Jahr sind Kreative aus Großbritannien, Italien, Mexiko, Brasilien und Kanada dabei. Beliebt ist das Festival, weil das Konzept so einfach ist: Such dir eine Wand, eine Fläche oder einen Gegenstand aus und mach damit, was du willst.

Für die Künstler ist es wie eine Klassenfahrt. Sie kommen her, können entspannen und sich nebenbei einfach mal auslassen. Für viele der Künstler ist das Festival sogar eine Möglichkeit, mal in eine ganz andere Kunstrichtung reinzuschauen. – Michael Lippold, Mitarbeiter bei der ibug

Alle Projekte vorzustellen, wird schwierig. Deshalb haben wir fünf Künstler ein wenig länger begleitet und sie gefragt, warum sie sich gerade für die ibug als Ausstellungsort entschieden haben:

Kenneth Letsoin aus Rotterdam (NL)

Monarch. Ohne aus aus Erfurt (D)

Luca di Maggio aus Mailand (IT)

Florian Huber aus Hamburg (D)

Helen Bur aus Brighton (UK)

ibug erleben

Die ibug hatte 2017 erstmals an zwei Wochenenden geöffnet. Insgesamt 15.000 Besucher waren gekommen, um sich die Kunst anzuschauen. Damit haben die Veranstalter ihren Rekord vom letzten Jahr deutlich übertroffen.

Nach der ibug werden die meisten Kunstwerke wieder abgebaut. Denn das Gebäude soll von Grund auf saniert werden. Doch ein Teil soll auf Dauer erhalten bleiben. Nun werden die Tore der alten Spemafa-Fabrik erst einmal für lange Zeit geschlossen. Die nächste ibug wird dann an einem anderen Ort stattfinden. Sicher ist derzeit nur der Zeitraum. Im August 2018 wird eine neue Industriebrache mit neuem Leben gefüllt.

detektor.fm-Redakteur Merten Waage hat die ibug 2017 begleitet und seine Eindrücke in einem Beitrag zusammengefasst: