Adventskalender Türchen 18: The Fuck Hornisschen Orchestra

"Da darf man auch als Quatschkopf nicht ruhig bleiben"

18.12.2015

Julius Fischer und Christian Meyer alias The Fuck Hornisschen Orchestra mischen seit 2008 die deutsche Kleinkunst-Comedyszene auf. Ihre zweistimmig vorgetragenen Lieder sind mal absurd und mal gefühlvoll. Und schlagen neuerdings auch nachdenklichere Töne an.

Julius Fischer und Christian Meyer alias The Fuck Hornisschen Orchestra. Foto: detektor.fm

The Fuck Hornisschen Orchestra - Palmen

Palmen

The Fuck Hornisschen Orchestra

(Voland & Quist, bereits erschienen)

Mit Spielzeuginstrumenten, Akustikgitarre und Yamaha-Drumsampler bewaffnet, mischen The Fuck Hornisschen Orchestra seit 2008 die deutsche Kleinkunst-Comedyszene auf. Die Lieder von Christian Meyer und Julius Fischer sind mal gesellschaftskritisch, mal gefühlvoll und mal einfach nur vollkommen absurd.

The Fuck Hornisschen Orchestra waren Hausband des NDR Comedy Contests, seit 2014 läuft im MDR ihre wöchentliche Sendung „Comedy mit Karsten„. Dabei ist ihr Verhältnis zur deutschen Comedyszene ziemlich ambivalent. Christian Meyer hat sogar eine Mario-Barth-Show besucht, um sich eine fundierte Meinung zum Thema zu bilden – und war alles andere als begeistert.

Es war wirklich furchtbar. Er vermittelt Rollenbilder, die grauenhaft sind. 12.000 Leute sitzen da und es ist einfach die Mitte der Gesellschaft – das ist Deutschland! Ich will mich da nicht drüber stellen, aber die haben eine Moral und ein Wertebild, das ich einfach überhaupt nicht verstehen kann.

Quatsch mit Haltung

Ihr neues Album heißt „Palmen“. Darauf gibt es gewohnt unterhaltsame Fuck-Hornisschen-Orchestra-Kost. Aber auch ein paar gesellschaftspolitische Töne schlagen die beiden an.

Bei manchen Themen darf man auch als Quatschkopf nicht ruhig bleiben. Außerdem sind wir nach wie vor eine Bühnen-Combo. Nur wollen wir neben dem ganzen Quatsch, den wir zwischen den Liedern auf der Bühne machen noch ein bisschen Inhalt transportieren. Deswegen ist das neue Album ein bisschen ernster geworden.

Genau in diese Kerbe schlägt auch ihr Song „Willkommen“ – ein gut beobachteter Kommentar zur aktuellen Flüchtlingsdebatte. Und der verbirgt sich heute hinter Türchen 18 im akustischen Adventskalender. The Fuck Hornisschen Orchestra mit „Willkommen“, live und akustisch eingespielt im detektor.fm-Studio.

Im Oktober waren The Fuck Hornisschen Orchestra zu Gast im detektor.fm-Studio. Die komplette Session inklusive Interview gibt’s hier.