Adventskalender Türchen 23: Allo Darlin’

23.12.2012

Elizabeth Morris, Sängerin und kreativer Kopf von Allo Darlin', hat ihren Heimatkontinent Australien gegen Europa ausgetauscht, der Liebe wegen. Zum einen lebt ihr Freund in London, zum anderen kann sie hier ihrer anderen großen Leidenschaft am besten nachgehen - dem Musikmachen.

Allo Darlin’ bevorzugen Europa (Foto: Nik Vestberg).

Allo Darlin' - Europe

Europe

Allo Darlin'

(Fortuna Pop, bereits erschienen)

Nirgendwo sonst sagt sie, ist es so leicht, gleichgesinnte Musiker zu finden, dazu Proberäume und Studios – und natürlich Möglichkeiten für Live-Auftritte. Trotzdem tut  sich Morris auch nach einigen Jahren in England immer noch schwer mit dem Leben als Ex-Pat.

Es ist schon ein komisches Gefühl, als Expat zu leben, weil man irgendwie zwei Heimaten hat – einmal ist zu Hause ja da, wo deine Familie ist, aber bei mir ist es eben auch da, wo mein Freund lebt, und das ist nun mal London. Im Grund ist man also, egal wo man ist, ein Outsider – andererseits sieht man die Welt so auch mit ganz anderen Augen.

Ihre besondere Sichtweise auf das Leben an sich und in Europa im Speziellen findet sich in allen Songs auf dem aktuellen Album von Allo Darlin‘, das nicht ganz zufällig auch Europe betitelt ist. Die Platte verarbeitet Erfahrungen, die Allo Darlin‘ auf ihrer desaströsen ersten Europa-Tour gemacht haben. Ständig streikte der Tourbus und die Reparaturen haben Elizabeth Morris und den Rest des Quartetts nicht nur an den Rand des Wahnsinns gebracht, sondern auch buchstäblich in ihre eigene kleine Schuldenkrise gestürzt.

Trotz aller Katastrophen standen Allo Darlin‘ letzlich jeden Abend auf der Bühne und haben ihr Set gespielt – und damit viele treue Fans gewonnen. Die Songs jedenfalls sind dicht dran am Alltäglichen und beschönigen nichts, aber genau deswegen kann man sich bestens in sie einfühlen – genau so sollte gute Musik sein, findet Elizabeth Morris.

Ich wollte immer schon Songs schreiben, mit denen man sich identifizieren kann, auch wenn das vielleicht kitschig klingt. Aber genau das ist die Art von Musik, die ich liebe, Musik, die vollkommen ehrlich ist und sich echt anfühlt. Und ich will Menschen glücklich machen, also gibt es einen hübschen Mix aus Happy und Sad, froh und traurig. Meine Lieblingssongs sind immer die, die ziemlich traurige Texte haben, aber eine fröhliche Melodie.

Ehrlich und echt, so muss ein guter Song sein für Allo Darlin‘; am besten eine Mischung aus melancholischen Texten und Musik, die trotzdem gute Laune macht. Außerdem gilt – simplest things are the best, weniger ist mehr. Allo Darlin‘ ist eine DIY-Band sagt Elizabeth Morris – sie kommen bisher ohne Manager aus und machen sämtlichen Orga-Kram selbst. Das heißt aber auch, dass sie oft eher e-mails schreibt als Songs. Zumindest passt die Art von Musik, die Allo Darlin‘ am liebsten spielen, auch prima zu einem kleinen Budget.

Wir finden den Klang einer Band zusammen in einem Raum einfach toll. Ich meine, Phil Spector und die Beach Boys und Motown, das ist alles großartig, aber wir haben nicht das Geld oder die Möglichkeiten, diese Art von Musik besser zu machen, als es sie schon gibt. Aber was immer spannend klingt, ist eine Band, die einfach gemeinsam in einem Raum steht und singt – und genauso spielen wir.

Für den akustischen Adventskalender von detektor.fm haben Allo Darlin‘ den Song Some People Say eingespielt.

Allo Darlin‘ – Some People Say (detektor.fm-Session)