detektor.fm präsentiert: Lilabungalow auf Tour

Danke für den Schulverweis

Der Großvater von Patrick Föllmer war mal Brandenburgs bester Tangotänzer und ein ganz ordentlicher Casanova. Jetzt setzt der Enkel dessen umtriebiges Leben fort, musikalisch und weit weg von allen Schubladen: Lilabungalow.

Patrick Föllmer muss die Musik wirklich lieben. Eigentlich war er Musiklehrer, sogar verbeamtet, aber dann durfte er einen italienischen Schlagersänger als Trompeter auf Tour begleiten. Und das war das frühe Ende seiner Beamtenkarriere. Denn wegen der Tour hat er einen Monat lang unentschuldigt in der Schule gefehlt. Dafür wäre wohl auch jeder Schüler geflogen. Bei ihm musste der Beamtenstatus dran glauben. Dumm gelaufen? Vielleicht ein bisschen, aber eigentlich super, dass plötzlich noch mehr Zeit fürs Musikmachen da war.

Wer will schon Beamter sein?

Von Patrick Föllmers Lehramtsstudium ist mehr übrig geblieben als ein kurzes Beamtenvergnügen. Nach ein paar Jahren als Punk-Gitarrist hat er nämlich während seiner Studienzeit Lilabungalow gegründet. Dieser Zungenschmeichler von einem Bandnamen gehört inzwischen zu einem festen Trio, nachdem die Besetzung zu Anfang sehr wechselhaft war und zwischendurch bis zu sieben Köpfe zählte. Neben Patrick Föllmer ist heute David Bönsch dabei, der erst Geige gelernt und dann Schlagzeug studiert hat. Bei Lilabungalow spielt er Bass, klar. Am Schlagzeug sitzt stattdessen René Kolditz, der erst Profi-Schwimmer werden wollte und dann auch Lehrer. Vor drei Jahren hat er Lilabungalow komplett gemacht.

Und musikalisch? Ist das irgendwie Jazz und Pop und Elektro, aber nichts in Reinform und eigentlich noch viel mehr. Auf dem zweiten Album „Peace To Gold“ tanzen luftige Gitarren mit Rotzbässen, die Trompete stolziert zwischen Jazzgetrommel und Elektrofrickelei und die Stimme von Patrick Föllmer ist eine Verkleidungskünstlerin.

Das gibt’s auch live: Im Oktober und November wollen 12 Konzertlocations in Deutschland und der Schweiz in lila Bungalows verwandelt werden – präsentiert von detektor.fm.

Redaktion: Konrad Spremberg

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