José González im Interview

Sanfte Musik, starke Einstellung

09.08.2016

Singer-Songwriter gibt es wie Sand am Meer. Aber nur wenige bohren sich so einfühlsam und unnachahmlich in den Kopf wie José González. Der Schwede mit den argentinischen Wurzeln spricht im detektor.fm-Interview über die Flüchtlingsdebatte und erklärt, warum er philosophische Theorien bei Twitter verbreitet.

Der schwedische Singer-Songwriter José Gonzalez spendet einen Teil seines Einkommens an die Flüchtlingshilfe UNHCR. Foto: detektor.fm

José González - Vestiges & Claws

Vestiges & Claws

José González

(Peacefrog, bereits erschienen)

Der warme Gitarrenklang und die unaufgeregt säuselnde Stimme von José González bringt große Menschenmassen zum gemeinsamen Innehalten und lässt Herzen höher schlagen. So richtig berühmt wurde der Schwede aber nicht mit einem eigenen Song.

Erfolg mit Covern und Filmmusik

Ein Cover des The-Knife-Songs „Heartbeats“ macht José González 2006 weltweit bekannt, auch dank einiger Fernsehserien, die den Song verwenden. Mittlerweile kann er auf drei Soloalben und zwei Alben mit seiner Band Junip zurückblicken. Dazu kommen zwei Songs, die er für den Film „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ beisteuert.

Diese beiden Songs sind nicht so ganz in meinem Stil, also spiele ich sie eigentlich nicht live. Manchmal ignoriere ich die Wünsche aus dem Publikum, aber meistens spiele ich dann doch die Songs, die die Leute hören wollen.

Eine Weltanschauung auf dem Twitter-Profil

José González wächst in den 80ern als Sohn argentinischer Einwanderer in Göteborg auf. Zwischen vielen Kulturen und Einflüssen aus aller Welt. So kann man etwa Anklänge von westafrikanischem Blues hören – auf seinem neuesten Album „Vestiges & Claws“. Zur aktuellen Situation in der Flüchtlingskrise hat González eine klare Meinung. Nicht weil seine Eltern damals selbst Flüchtlinge waren, sondern weil es für ihn ein humanitäres Problem ist.

Wenn die EU nicht zusammenarbeiten kann, um einen Prozentsatz der weltweiten Flüchtlinge aufzunehmen, ist das wirklich enttäuschend.

Artikel zu diesem Thema retweetet der Künstler gern auf seinem Twitter-Profil. Am liebsten aber teilt er dort Artikel über wissenschaftliche und philosophische Theorien, wie etwa der des effektiven Altruismus.

Gerade tourt José Gonzalez mal wieder um die ganze Welt. Südamerika, USA, Europa. Vor seinem Leipzig-Konzert hat uns der Mann von Welt im detektor.fm-Studio besucht.


Redaktion: Monika Müller, Moderation: Kais Harrabi