Keine Angst vor Hits – Folge 8

02.08.2011

Was haben Johnny Cash, David Hasselhoff und Rudi Carrell gemeinsam? Alle drei haben sich an "City Of New Orleans" probiert, nur hieß es bei Rudi Carrel „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“. Das ist mindestens so zeitlos wie die neuen Songs der detektor.fm-Playlist. Heute u.a. mit PeterLicht, The Kooks und Slow Club.

Wer ist PeterLicht? Verschleiern der Identität als Gegenentwurf zum digitalen Informations-Overkill (Foto: © Christian Knieps)

Peterlicht – Neue Idee

Der Wortakrobat ohne Gesicht ist zurück. Seit gut zehn Jahren betreibt PeterLicht nun schon das Identitäts-Versteckspiel: Auf Plattencovern und Pressefotos verdeckt immer „rein zufällig“ irgendwas sein Gesicht, auf Konzerten darf nicht fotografiert werden, sein bürgerlicher Name bleibt ein Rätsel. Damit war er einer der ersten, der das Prinzip Geheimniskrämerei als Gegenentwurf zum digitalen Informations-Overkill etablierte. Seine absurd-schlauen Texte haben ihm zudem die Tür zur Theaterbühne geöffnet. Längst ist Peterlicht kein 0815-Musiker mehr. Jetzt hat er eine Neue Idee – so der Titel seiner neuen Single. Und diese Idee lautet: „Schaffen wir uns ab!“. Großartig! Wo soll ich unterschreiben? Neue Idee ist der Vorbote auf das mittlerweile fünfte PeterLicht-Album und trägt den Titel Das Ende der Beschwerde.

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The Drums – Money

Bilderrätsel: Wenn sich Ian Curtis, Morrissey und Robert Smith bei den Händen fassen und schmachtend im Kreis tanzen – was ist das? Richtig, The Drums. Die New Yorker machen aus ihrer Bewunderung für die Popmusik der 80er kein Geheimnis. Das ist auch auf dem Nachfolger zu ihrem gehypten Debütalbum nicht anders. Sänger Jonathan Pierce will seine Band ja als Gesamtkunstwerk verstanden wissen. Ästhetik, Stimmung, Inhalte – alles ist wichtig. Und da scheut er auch den Vergleich mit den Großen nicht:

Vor zehn Jahren hatten die Strokes ein sehr spezielles Image. 10 Jahre davor hatte Nirvana ein spezielles Image. 10 Jahre davor hatten die Ramones ein spezielles Image. 10 Jahre davor…

…hatte Deine Oma wahrscheinlich ein sehr spezielles Image. Mal sehen ob man diese Reihe bald um The Drums erweitern kann. Aufschluss gibt Album Nummer zwei und dessen gar nicht mal so unschmissige Vorab-Single Money. Das zweite The Drums-Albm heißt Portamento und erscheint im September.

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Shindu – Happy House

Da hat das französische Mode- und Plattenlabel Kitsuné mal wieder seine goldene Spürnase bewiesen. Shindu ist der Name eines Trios aus Belgien, das mit Happy House seine erste Duftmarke setzt. Im Original ist der Song von Siouxsie And The Banshees und erschien erstmals im Jahr 1980. Gerade erfährt er eine Art Renaissance, denn zuletzt fanden sich Samples des Originals im Song House Of Balloons des Electro-Soul-Acts The Weeknd. Nun haben also Shindu aus Belgien den Song ein bisschen aufgemöbelt. Hier noch ein Synthie, da noch eine Drum Machine. Bizarr ist: Jetzt klingt er eigentlich noch mehr nach 80er als seinerzeit die Version von Siouxsie And The Banshees. Erschienen ist der Song mitsamt fünf Remixen im Juni auf der Happy House EP.

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The Kooks – Junk Of The Heart

Mit ihren schmissigen Lausbuben-Songs haben sich The Kooks nicht nur in viele Herzen, sondern auch schnell in viele H&M-Läden und an die Spitze der Charts gespielt. Weltweit haben die Briten zwei Millionen Platten verkauft. Und bald kommen noch ein paar dazu. Der neue Langspieler Junk Of The Heart soll laut Frontamnn Luke Pritchard eine positive Atmosphäre haben und ein rundes Album sein, das man von vorne bis hinten durchhören kann. Mit der gleichnamigen Vorab-Single funktioniert das schon ganz gut. Ob uns The Kooks auch in Albumlänge glücklich machen können, wird sich Anfang September zeigen.

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Carter Tanton – Murderous Joy

Carter Tanton ist einer dieser Songwriter, der einem das Telefonbuch vorsingen könnte und man würde an seinen Lippen hängen als intonierte er eines der rührendsten Liebeslieder. In der Vergangenheit war der Musiker aus Boston mit seiner Band Tulsa unterwegs und hat sich u.a. als Produzent von Twin Shadow einen Namen gemacht. Nun veröffentlicht Carter Tanton ein Soloalbum, dessen Vorbote Murderous Joy im wahrsten Sinne einen Mords-Spaß macht. Carter Tantons Soloalbum heißt Freeclouds und kommt im November.

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Clap Your Hands Say Yeah – Maniac

Nach vier Jahren Auszeit melden sich Clap Your Hands Say Yeah mit ihrem neuen Album Hysterical zurück. Das sei laut Frontmann Alec Ounsworth zwar kein Konzeptalbum jedoch geht es in allen Songs ein bisschen um die verzweifelte Suche nach dem Gold am Ende des Regenbogens:

Viele der Songs handeln von der verzweifelten Suche nach irgendwas. So etwas wie das Gold am Ende des Regenbogens. Das ist natürlich sehr unklar und unterschiedlich für jeden. Aber manche lassen sich auf dieser Suche ein bisschen abtreiben.

Bevor wir uns im Suchen verlieren, hören wir lieber schon mal den Vorboten zum neuen Clap Your Hands Say Yeah – Album: Maniac. Hysterical ist das dritte Album der Band aus Brooklyn und kommt im September.

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Slow Club – Two Cousins

Slow Club mag die ideale Verschmelzung zweier Geschmackspole sein: Die Bandmitglieder Rebecca Taylor und Charles Watson stehen auf Destiny’s Child und Noise-Pop. Irgendwo in der Mitte wird man sich schon treffen. Das mündete auf dem Debütalbum der beiden Briten in Antifolk und Twee-Pop-Auswüchsen. Nun nimmt es etwas dunklere Formen an. In den neuen Songs gehe es ums Vögeln und Sterben, meint Taylor sarkastisch. Die Vorab-Single Two Cousins spielt mit der Vorstellung, dass das Leben einfach eine Reise ist, an deren Ende der Tod und die Rückkehr zur Kindheit steht, so Taylor. Das neue Slow-Club-Album heißt Paradise und erscheint im September.

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Hypnolove – Holiday Reverie

Wenn man sein Auto in der sonst so zugestellten Anwohnerstraße plötzlich problemlos parken kann, ohne nachher durch den Kofferraum aussteigen zu müssen, dann ist? Richtig, Urlaubszeit. Den Soundtrack zu weißen Sandstränden, Sonnenbrand und 3-Tages-Flirt liefern Hypnolove, ein Trio aus Toulouse im Südwesten Frankreichs. Das obligatorische Meeresrauschen am Anfang von Holiday Reverie macht kein Geheimnis draus: Das ist der Musik gewordene Tagtraum eines jeden Büromenschen, der im Sommer bei 30 Grad am Schreibtisch schwitzt. Holiday Reverie ist Teil einer EP, die passenderweise zum Sommeranfang Ende Juni erschienen ist.

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