Keine Angst vor Hits – neue Musik bei detektor.fm

17.07.2012

Unermüdlich halten wir Ausschau nach neuer Musik, die uns und die Welt bewegt. Aus der schier endlosen Masse an Neuerscheinungen und Netz-Hypes filtern wir die Schätze heraus. In dieser Woche neu auf der detektor.fm-Playlist: Tame Impala, Frank Ocean, Tubbe, Bloc Party und Ariel Pink’s Haunted Graffiti.

Krautrock aus Australien: Tame Impala (Foto: Maciek Pozoga)

Tame Impala – Apocalypse Dreams

Die australische Band Tame Impala sprüht nur so vor Ideenreichtum. Vor zwei Jahren, kurz nachdem ihr umjubeltes Debüt Innerspeaker erschienen ist, hat uns Frontmann Kevin Parker im detektor.fm-Interview seine Pläne für die zweite Tame Impala Platte verraten:

Das was wir letztendlich machen wollen, ist Musik aufnehmen, und das tun wir quasi zwanghaft. Da wir viel Zeit haben, besonders wenn wir zuhause sind, fangen wir automatisch an, Songs aufzunehmen. Wir haben so viele neue Titel und schon so viel aufgenommen, dass wir eigentlich nur noch am Tracklisting arbeiten. Ich glaube, dass wir damit bald fertig sind. Ich habe zurzeit sehr viele Ideen und es geht sehr leicht von der Hand.

Bis zum zweiten Album sind dann doch noch zwei Jährchen ins Land gegangen. Der Vorbote namens Apocalypse Dreams aber macht klar: Das Warten hat sich gelohnt. Tame Impala arbeiten sich wie gewohnt an der modernen Variante von psychedelischem 70er-Jahre Krautrock ab. Die Gitarren werden durch allerlei Effekte gejagt, einem flotten Beat folgt eine verträumte Tempoverschleppung – Apocalypse Dreams ist Musik wie auf Wolken. Das zweite Tame-Impala-Album heißt Lonerism und erscheint Anfang Oktober, kurz danach stehen drei Livetermine in Deutschland an: Hamburg, Berlin und Köln.

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Frank Ocean – Sweet Life

Die goldene Regel der Musikgeschichte lautet: Alles kommt irgendwann wieder. Die 80er waren lange genug omipräsent, so langsam wird’s Zeit für ein zünftiges 90er-Revival. Droht uns also die Renaissance von trashigem Eurodance der Marke Vengaboys und Culture Beat? So richtig spürbar ist das zum Glück noch nicht. Anders sieht’s bei R&B und Hip-Hop aus. Einer, der dem Genre mit Samples, Beats und seiner großen Soul-Stimme wieder Aufwind verschafft, ist Frank Ocean. Der Song Sweet Life ist Teil seines heiß ersehnten Debütalbums Channel Orange, das gerade erschienen ist.

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Tubbe – 5 Minute Love

Die Sängerin Steffi Jakobs und der Produzent Klaus Scheuermann sind zusammen das Elektro-Duo Tubbe. Ihr erstes Konzert haben sie mit gerade mal vier Liedern im petto bestritten. Und auch in Sachen Bühnen-Equipment beschränken sich Tubbe auf das Minimalste. „Weniger schafft nur der Fernsehgarten“, sagen sie. Ihre neue Single 5 Minute Love führt die Doktrin der Reduktion fort. Mit minimaler Instrumentierung und unaufgeregtem Gesang entfalten Tubbe maximale Wirkung. Schön ist auch das Video zu 5 Minute Love. Laut Tubbe ist ein Video nur dann ein gutes, wenn darin gewunken wird und Katzenbabies vorkommen. Tubbe haben sich aufs Winken beschränkt. Die Single ist gerade bei Audiolith erschienen. Weitere Singles sind in Planung und auch das erste Album ist in der Mache.

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Ariel Pink’s Haunted Graffiti – Only In My Dreams

Ein bisschen wie aus der Zeit gefallen klingt Only In My Dreams von Ariel Pink’s Haunted Graffiti. Helle Twang-Gitarren dengeln sich durch den wahrscheinlich poppigsten Song der Band aus LA. Das ist Musik, zu der man barfuss über die Wiese hüpfen, sich Blumen ins Haar stecken und über freie Liebe schwadronieren möchte. Das neue Album von Ariel Pink’s Haunted Graffiti heißt Mature Themes und erscheint am 17. August.

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Bloc Party – Octopus

Welche Dekade hatten wir jetzt noch nicht? Achja, die 2000er fehlen noch. Die waren vor allem von britischen Rockbands geprägt. Maximo Park haben sich in diesem Jahr schon zurückgemeldet und für Diskussionsstoff gesorgt. Jetzt sind Bloc Party an der Reihe. Die neue Platte sei der Sound von vier Leuten in einem Raum, die das machen, was sie am besten können, so Frontmann Kele. Und was Bloc Party nun mal am besten können, sind hektische Gitarren-Riffs mit voranpreschenden Drums – da macht auch die neue Single Octopus keine Ausnahme. Das vierte Bloc Party-Album heißt konsequenterweise Four und erscheint Ende August.

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