Musikerin Maggie Björklund im Interview

Verliebt in die Pedal-Steel-Gitarre

27.03.2015

Die Pedal-Steel kennt man hauptsächlich aus der Country-Musik. Die dänische Musikerin Maggie Björklund hat sich ausgerechnet in dieses Instrument verliebt. Zwei Solo-Alben hat sie aufgenommen und mit Jack White war sie auf Tour. Wir haben mit Maggie Björklund über ihr Lieblingsinstrument gesprochen.

Maggie Björklund ist eine der wenigen Frauen, die Pedal-Steel spielen. Foto: Jan Stuhr

Maggie Björklund - Shaken

Shaken

Maggie Björklund

(Bloodshot, bereits erschienen)

Sie schaue sehr gerne Fernsehen, gibt Maggie Björklund zu, denn selbst in den grottigsten Seifenopern gibt es häufig interessante Musik im Hintergrund. Ständig sammelt sie so Ideen und Anregungen, dann setzt sie sich an ihre Pedal-Steel und aus den Ideen entstehen neue Songs. Klingt soweit ganz harmonisch, aber die Beziehung zu ihrem Lieblingsinstrument war anfangs gar nicht so einfach, erzählt sie.

Ein Freund hat mir sein Instrument verkauft. Ich hab versucht zu spielen und bin total wütend geworden, weil es so unglaublich schwierig war. Die Sounds, die ich wollte, hab ich einfach nicht hinbekommen und dann hab ich es erst mal in den Schrank verbannt. Ich war richtig sauer.

Ein Instrument für Nerds

Musik macht Maggie Björklund schon seit vielen Jahren. Sie war zuerst Session-Gitarristin in Los Angeles, hatte später im heimischen Dänemark ihre eigene Country-Band. Nachdem sie die Anlaufschwierigkeiten überwunden hatte, nahm sie in Nashville Unterricht und begann Songs für die Pedal-Steel zu schreiben. Damit ist sie eine von sehr wenigen Frauen, die dieses Instrument spielen.

Ich glaube, es liegt auch daran, dass dieses Instrument eine sehr eigene Logik hat. Man muss wirklich viel üben, es ist ein Instrument für Nerds. Und Männer sind da vielleicht ein bisschen hartnäckiger. Mich hat die Pedal-Steel ja auch erst eingeschüchtert. Aber dann habe ich geübt und geübt und irgendwann hat es klick gemacht und danach war es das schönste Instrument, was ich mir vorstellen kann.

Roter Fisch im Aquarium voller blauer Fische

Maggie Björklund ist eine zierliche kleine Frau mit langen blonden Haaren. Und damit entspricht sie so gar nicht dem Prototyp eines Pedal-Steel-Spielers.

Ich war einmal bei so einem Kongress und das war als wäre ich auf dem Mars gelandet. Der Prototyp des Pedal-Steel Spielers ist ja eher ein etwas älterer Mann mit Bauchansatz und Hosenträgern. Die Leute sind alle sehr nett, aber eben ein bisschen anders als ich. Ich hab mich wie ein roter Fisch in einem Aquarium voller blauer Fische gefühlt.

Ungewöhnliche Spielweise

In ihren Songs nutzt Björklund das Instrument auf ihre sehr eigene Art. Jack White war von ihrer außergewöhnliche Spielweise so beeindruckt, dass er sie mit auf Tour nahm. Ihr eigenen Songs hat sie unter anderem mit Kurt Wagner, Calexico und Mark Lanegan aufgenommen. Es sind atmosphärische, manchmal düstere Stücke zwischen Country, Psychedelia und Filmmusik.

Ich versuche nicht, einen Massengeschmack zu treffen oder einen bestimmten Stil zu spielen. Sondern die Musik kommt so aus mir heraus und ich denke das ist authentisch und setzt sich letztlich durch.

Mehr Nerds bitte!

Und damit liegt sie gar nicht so falsch. Für ihr kürzlich veröffentlichtes zweites Album Shaken wurde sie in Dänemark als „Künstlerin des Jahres“ ausgezeichnet. Im Mai bringt Maggie Björklund ihre Pedal-Steel mit zum SPOT-Festival in Aarhus. Und vielleicht verlieben sich dann noch mehr Leute in dieses nerdige, aber wunderbare Instrument.