Musikvideo der Woche | Maeckes feat. Tristan Brusch – Marie-Byrd-Land

Hoffnung versenkt

In Maeckes Musikvideo zu „Marie-Byrd-Land“ passiert nicht viel. Außer dass ein Schiff sinkt, ganz nebenbei – trotzdem ist das Video absolut gelungen und zieht einen in seinen Bann. Manchmal ist weniger eben mehr, findet auch Maurice Gajda.

Mit „Marie-Byrd-Land“ präsentiert Maeckes einen Song seines neuesten Albums. Es ist sein erstes Band-Album, das er zusammen mit Tristan Brusch und Äh, Dings produziert hat. Marie-Byrd-Land ist eine Gletscherlandschaft in der Westantarktis. Und auch wenn Maeckes von tauenden Polen singt – in diesem Song geht es nicht um den Klimawandel …

Die Optik im Video wirkt wie mit dem Handy gefilmt. Maeckes sitzt im Norwegerpulli an einem Kießstrand, vor ihm eine grüne Fjord-Landschaft. Es passiert nicht viel, er sitzt halt da. Und trotzdem offenbart sich im Hintergrund eine ganz andere Welt: Ein Dampfer versinkt in der Bucht. Seelenruhig bricht er auseinander, als ob rein gar nichts wäre. Ganz langsam und unaufgeregt, eher nebenbei. Bis er verschwunden ist.

Aber was genau will uns der Künstler damit sagen? Und wie passen Video und Text zusammen? Maeckes singt in diesem Lied von Selbstzweifeln und einer unerwiderten Liebe:

Ich entführ zwei Flugzeuge und flieg sie dir in den Bauch
Vielleicht liebst du mich dann auch
Ich misch in dein Essen ein paar Raupen
Solange, bis Schmetterlinge in deinem Bauch sind
Und jeder Moment ohne Berührung unserer Körper
Lebe ich im Marie-Byrd-Land

heißt es im Songtext. Ist der sinkende Dampfer also ein Sinnbild für die gescheiterte Liebe?

Also, wir fassen zusammen: das Lied heißt wie eine Gletscherlandschaft in der Antarktis, hat mit ihr aber nichts zu tun. Gedreht wurde der Clip zudem in Kingston im Queenstown-Lakes District in Neuseeland – immerhin, nicht in der eisigen Antarktis, aber immerhin auch ganz schön weit weg.

Was genau das Video ausmacht und ob wir es hier tatsächlich mit einem sehr skurrilen Urlaubsmoment von Maeckes zu tun haben, das haben Musikexperte Maurice Gajda und detektor.fm-Moderatorin Juliane Neubauer beim gemeinsamen Plausch analysiert.

Ich finde, es gab noch nie einen Schiffsuntergang, der so schön war wie dieser.Maurice Gajda 

Redaktion: Eva Morlang


Das Musikvideo der Woche | Maeckes feat. Tristan Brusch mit „Marie-Byrd-Land“

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