Musikvideo der Woche | „Room“ von Palehound

Skurriles Liebesabenteuer

09.08.2017

Palehound stehen für gute Geschichten. Bisher sind die Videos dafür sehr minimalistisch produziert worden. Mal liegt Sängerin Ellen Kempner im Bett, mal schminkt sie sich für Halloween. Im Video für "Room" geht die Band allerdings neue Wege.

Moderne Galerie statt karger „Room“

Das Video zu „Room“ von Palehound zeigt eine Galerie von vielen Bildern. Gemacht hat sie die Künstlerin Rozalina Burkova, die immer zwischen London und Barcelona pendelt. Burkova ist bekannt für ihren speziellen Stil und hat auch schon für die Modemarke Gucci gearbeitet.

Im Video entspinnt sich aus dem anfänglichen Bild einer Frau, die in ihrem Zimmer vor sich hin träumt, eine Liebesgeschichte. Das Leben eines lesbischen Pärchens in nahezu allen Facetten: Sie fahren gemeinsam in den Urlaub, entspannen im Bett und zeigen ihr wildes Sexleben.

Eine moderne Zeichnung, aber nicht ultramodern. Solche Bilder hätten locker in den 50er-Jahren in Galerien hängen können. Die Mischung ist sehr spannend! – Maurice Gajda, Musikvideogucker

Palehound

Noch ist die Band in Deutschland relativ unbekannt. Nur für Kenner der Alternative-Rock-Szene sind sie ein Begriff. Mit ihrem zweiten Album „A Place I’ll Always Go“ gehen sie musikalisch neue Wege. Denn mittlerweile sind sie beim Label Polyvinyl Record Co. unter Vertrag und können sich voll auf ihre Musik konzentrieren. Auf ihrer derzeitigen Tour sind sie aber erst mal nur in den USA unterwegs. Noch ist keine Europa-Tour geplant.

Hauch Feminismus

Im Video selbst sind die Frauen immer nackt gezeichnet. Aber das ist laut Maurice Gajda nicht sexistisch aufgeladen, sondern eher romantisch und natürlich. Außerdem setzt sich die Künstlerin mit der Bodyshaming-Debatte auseinander. Viele Musikerinnen leiden in der Branche unter dem Druck, immer attraktiv aussehen zu sollen. In dem Video ist neben einer schmalen Frau auch eine korpulente zu sehen. Beide zeichnen sind ästhetisch und beweisen, dass es nicht nur dünne Frauen geben muss.

Über die Raffinessen des Musikvideos hat sich Musikvideogucker Maurice Gajda mit detektor.fm-Moderator Kais Harrabi unterhalten.

RoomEs funktioniert wunderbar als Musikvideo, aber auch als Gemälde. Deswegen hat man, denke ich, genau diese Künstlerin gefragt, ob sie dieses Video machen könnte.Maurice Gajdaist fasziniert von der Mischung aus Musikvideo und Kunst.  

Musikvideo der Woche: Palehound mit „Room“