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Rosa Anschütz
Foto: Anna Breit

Plattenkoffer mit Rosa Anschütz

Ein biografisches Mixtape

Mit Rosa Anschütz ist dieses Mal eine überaus spannende Newcomerin zu Gast in unserem Plattenkoffer-Podcast. Vor zwei Monaten hat sie ihr Debüt-Album „Votive“ veröffentlicht – und anhand ihres Plattenkoffers lässt sich gut erkennen, was sie musikalisch geprägt hat.

Im Plattenkoffer mixen DJs, Produzent*innen und Musiker*innen aus der elektronischen Musikszene ihre Lieblingstracks und erzählen die dazugehörigen Geschichten. Bisher konntet ihr das bei uns im Radio und auf Soundcloud hören. Seit November 2020 erscheint der Plattenkoffer auch als Podcast, inklusive ausgespielten Tracks. Überall wo es Podcasts gibt.

Pathos und Pop

Dark, melacholisch und mystisch – so klingt die Musik von Rosa Anschütz, die vorwiegend mit Gitarre, Bass, Drum Computer und einem modularen Synthesizer entsteht. Doch das prägendste und einnehmendste Instrument ist ihre Stimme. Sie bettet sich perfekt in die reduzierten Soundscapes ein, mal gleißend-hell, mal distanziert-dunkel. Rosa Anschütz beherrscht auf sehr faszinierende Weise den Spagat zwischen experimenteller Goth-Atmosphäre und angnehm pathetischem Dark-Pop. Songs wie „Opacity“ haben großes Hitpotenzial.

Genau dies macht ihr Album „Votive“ zu einem der spannendsten Debüts des letzten Jahres. Anfang November 2020 erschien es auf dem Schweizer Label Quiet Love Records. Die Vinyl-Version ist bereits ausverkauft und wird nun beim Online-Portal Discogs für einen dreistelligen Betrag angeboten.

Rosa Anschütz – transmediale Künstlerin

Ursprünglich kommt Rosa Anschütz aus Berlin, seit kurzem hat sie aber auch in Wien eine zweite Homebase – dort studiert sie Transmediale Kunst an der Universität für Angewandte Kunst. Dass sie nicht nur die Musik als Ausdrucksfeld hat, wird aber auch an ihren Auftritten sowie den Keramiken von religiösen Votiven deutlich, die im Rahmen ihres Debüt-Albums entstanden.

In der Techno-Szene hat Rosa Anschütz ebenfalls eine starke Spur hinterlassen – wenn auch eher indirekt. Denn der bekannte Berliner Techno-Producer Kobosil hat 2019 ihren kantig-unterkühlten Song „Rigid“ zu einer energetischen Techno-Hymne verwandelt – und zu einem großen Hit. Sein „44 Rush Mix“ hat allein bei Spotify über drei Millionen Aufrufe – zu Recht! Selten finden brutale Techno-Härte und subtiler Wave-Pop so gut zueinander.

Im Plattenkoffer gibt es eine andere musikalische Seite von Rosa Anschütz zu hören. Sie stellt zehn Stücke vor, die sie in den letzten Jahren geprägt haben und sie an bestimmte Orte und Reisen erinnern. Es sind Songs, zu denen Rosa Anschütz viel zu erzählen hat – deshalb ist diese Ausgabe ausnahmsweise kein DJ-Set, sondern eine Art biografisches Mixtape. Viel Spaß mit dem Plattenkoffer von Rosa Anschütz.

Tracklist

  1. The Streets – Weak Become Heroes
  2. Madrugada – Step Into This Room and Dance for Me
  3. She Wants Revenge – Red Flags and Long Nights
  4. Prayers – Shaking Hands With Razor Blades
  5. Pink Turns Blue – Your Master Is Calling
  6. Rosa Anschütz – Plaster Copy
  7. Factice Factory – Glow
  8. Coil – Teenage Lightning 2005
  9. Psyche – Goodbye Horses (Immortality Mix)
  10. Paragraf 201 – Seerosen auf Schlammbergen