Reingehört: William Fitzsimmons – Lions

14.02.2014

Er ist zurück: Der Meister des gehauchten Wortes, der junge Folk-Weihnachtsmann, der Psychologe und weiß Gott wohl deprimierteste Singer-Songwriter dieser Tage nach Elliot Smith. Zusammen mit Death Cab For Cutie-Gitarrist Chris Walla hat William Fitzsimmons ein solides Folk-Album aufgenommen.

Der Melancholiker und Psychologe William Fitzsimmons hat sein fünftes Studioalbum veröffentlicht. (Foto:PR)

Autor: Thilo Streubel

Eine Kooperation mit Kreuzer Online, dem Monatsmagazin für Kultur und Pop, Lifestyle und Stadtgeschehen.

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Er ist zurück: Der Meister des gehauchten Wortes, der junge Folk-Weihnachtsmann, der Psychologe und weiß Gott wohl deprimierteste Singer-Songwriter dieser Tage nach Elliot Smith.

William Fitzsimmons musste schon viele Beschreibungen seiner selbst über sich ergehen lassen. Dabei ist er nur Musiker mit Bart, und zwar ein guter. Album Nummer fünf trägt den schlichten Titel Lions und bietet auf den ersten Blick gewohnte Kost. Sehr persönliche Texte über gescheiterte Beziehungen und missverstandene Gefühle.

Beim Schreiben von Songs versuche ich immer daran zu denken, welche Gefühle ich damit auslöse. Manche Leute setzten sich hin und nehmen sich vor: Jetzt schreib‘ ich einen Song, der auf Festivals und im Radio funktioniert. Aber ich mache die Art von Musik, bei der Leute nach einem Konzert zu mir kommen und sagen: Hey, dein Song hat einem kranken Freund von mir durch eine schwere Zeit geholfen.

Klassenbester-Folk

Fitzsimmons weidet sich an den dunklen Gefühlen. Wo der Vorgänger Gold in the Shadow noch Licht ins Dunkel ließ und fast zuversichtliche Klänge verbreitete, ist Lions wieder dämmrig, wie in Watte gepackt.

William Fitzsimmons flüstert und leidet, begleitet von Gitarre und Piano, vereinzelten Percussions und vorsichtig eingesetzten Spielereien. Das kann er gut, da kann ihm kaum jemand der breit gefächerten Folk-Szene das Wasser reichen.

Als ich mit dem neuen Album angefangen habe, war ich total angefixt von der Idee einen neuen Schritt zu gehen. Ich habe sehr viel The National gehört und wollte eine richtige Rockplatte aufnehmen. Davon ist das Resultat jetzt meilenweit entfernt. Der Hauptgrund dafür war die Zusammenarbeit mit Chris Walla. Er hat das Album produziert. Er hat sich die Demos angehört und das Album produziert, weil ihn diese simplen Versionen nur mit meiner Stimme und der Akustikgitarre wirklich berührt haben.

Auf seinem Terrain ist und bleibt William Fitzsimmons Klassenbester. Man könnte allerdings auf die Idee kommen, Lions etwas langweilig zu finden. Muss man aber nicht.