Saitenwechsel: 10 Jahre Audio Invasion

Der Beat auf beiden Seiten

26.10.2016

Klassik hier, Pop da – ist die Trennung noch sinnvoll in Zeiten von Remix-Kultur und ständiger Verfügbarkeit von Musik aller Couleur im Netz? Ansätze, beides unter einen Hut zu bringen gibt es allerhand. Die Audio Invasion ist einer davon. Ein Konzertabend, der mit dem musikalischen Schwarzweißdenken bricht.

Band und Publikum auf der großen Gewandhaus-Bühne – gibt's so nur bei der Audio Invasion. Foto: emotion works Leipzig/Berlin

+++Saitenwechsel wird präsentiert vom Gewandhausorchester.+++


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Saitenwechsel wird präsentiert vom Gewandhausorchester.

Klassik, Pop und Techno. An einem Abend, in einem Haus. Das funktioniert bei der Audio Invasion so nun schon im zehnten Jahr. Und es lockt vornehmlich junge Besucher ins Gewandhaus, die nicht nur wegen der Bands und DJs kommen, sondern eben auch das Eröffnungskonzert des Gewandhausorchesters mitnehmen. Für viele ist es das erste klassische Konzert überhaupt.

Nach dem klassischen Konzert im Großen Saal geht die Audio Invasion in den popkulturellen Teil über. In den Foyers und Sälen bespielen Bands und DJs kleine und große Bühnen.

Perspektivenwechsel

Die Audio Invasion will kein gewöhnliches Festival mit starren Konzertabläufen sein. Wenn in diesem Jahr z.B. Hot-Chip-Sänger Alexis Taylor im Großen Saal ganz allein am Piano spielt, werden die Besucher ganz nah mit ihm auf der Bühne sitzen. Perspektiven verschieben. Räumlich wie musikalisch. Das ist das Ziel der Audio Invasion, die vom Team um Mathhias Krähenbiel und seine Veranstaltungsagentur emotion works organsiert wird.

Matthias Krähenbiel Emotion WorksDas Thema Architektur oder auch Odyssee durchs Haus spielt für uns eine sehr große Rolle. Es ist keine Aneinanderreihung von Acts. Sondern ein Rundgang, ein Erlebnis. Eine Geschichte, die an einem Abend erzählt wird.Matthias KrähenbielInhaber von emotion works 

Klassik, Pop – was ist das überhaupt?

Zu den Protagonisten dieser Geschichte gehören in diesem Jahr auch Brandt Brauer Frick. Eine Band, die im Club und im Konzerthaus gleichermaßen zu Hause und damit die prädestinierte Band für die Audio Invasion ist. Ihre Musik wandelt zwischen den Welten Klassik und Pop. Wobei, so genau könne man das gar nicht definieren, meint Bandmitglied Paul Frick.

Paul Frick_c__Max_ParovskyIch finde es schwierig, wenn es immer heißt: Klassik auf der einen und Pop auf der anderen Seite, weil das impliziert, dass es überhaupt klar sei, was diese Worte genau bedeuten. Das ist zumindest mir nicht klar.Paul Frickstudierter Komponist und Bandmitglied bei Brandt Brauer Frick. Foto: Max Parovsky 

Der Rhythmus muss auf beiden Seiten passen

Ist doch schön, wenn man musikalisch nicht in schwarz-weiß denkt. Das eröffnet neue Perspektiven, die der traditionelle Konzertbetrieb sicher gut gebrauchen kann. Am Ende geht’s ja allen um Musik und darum, dass da irgendwas passiert mit den Synapsen im Kopf. Ob das nun von einer Violine oder einem Drumcomputer getriggert wird, ist da erst mal egal.

Manfred Ludwig 1 GewandhausWenn man beides runterbricht aufs Essenzielle, dann ist es der Beat, der Rhythmus. Und der muss auf der einen wie auf der anderen Seite passen.Manfred Ludwigspielt Querflöte im Gewandhausorchester 

In diesem Jahr geht die Audio Invasion ins zehnte Jahr. Zeit für einen Saitenwechsel.


Die Audio Invasion in Bildern

  • Ein Highlight der Audio Invasion 2015 – der Auftritt der kanadischen Band Austra. Foto: emotion works Leipzig/Berlin
  • DJ-Set statt Sinfonie. Der Große Saal des Gewandhauses mal anders. Foto: emotion works Leipzig/Berlin
  • Wann kann man schon mal dort raven, wo sonst das Orchester spielt? Foto: emotion works Leipzig/Berlin
  • Genre? Egal. Hauptsache eklektisch. Omar Souleyman bei der Audio Invasion 2015. Foto: emotion works Leipzig/Berlin
  • Der Pianist Martin Kohlstedt bei seinem Audio Invasion-Auftritt 2015. Foto: emotion works Leipzig/Berlin
  • Das verwinkelte Gewandhaus bietet Platz für viele Floors. Foto: emotion works Leipzig/Berlin
  • Auch im Foyer wird Musik gemacht. Foto: emotion works Leipzig/Berlin
  • Die Audio Invasion fährt auch visuell die großen Geschütze auf. Foto: emotion works Leipzig/Berlin
  • Der Konzertabend richtet sich vor allem an die Generation, die sonst einen Bogen um das Konzerthaus macht. Zielgruppe 22-30 Jahre. Foto: Foto: emotion works Leipzig/Berlin
  • Die Audio Invasion beginnt mit einem Konzert des Gewandhausorchesters. Für viele Besucher das erste klassische Konzert überhaupt. Foto: emotion works Leipzig/Berlin