Spezial zu Leben und Wirken von Barbara Dane

Die wilde Barbara und der Blues

18.01.2015

Sie stand mit Pete Seeger und Louis Armstrong auf der Bühne und war ein Star der amerikanischen Folkszene. Trotzdem ist die Sängerin Barbara Dane heute kaum jemandem bekannt. Wir haben sie in ihrer Heimat Oakland besucht.

Barbara Dane spielt beim Newport Folk Festival 1959. Foto: privat.

Barbara Dane ist eine der unbesungenen Helden der amerikanischen Musik. Der legendäre Jazz-Autor Leonard Feather beschrieb sie als „Bessie Smith in Stereo“. Trotzdem ist die Folk-, Blues- und Jazzsängerin heute kaum jemandem bekannt.

Ein Leben zwischen Musik und Politik

Ein Grund dafür ist sicher ihr häufig kontroverses politisches Engagement: mit 18 schloss sie sich der kommunistischen Partei an und in den 60ern sang sie auf Anti-Vietnamkriegs-Demos. Sie war die erste amerikanische Sängerin, die nach der Revolution in Kuba auftrat. Musik und Politik gehören für sie zusammen.

Ich bin während der Weltwirtschaftskrise aufgewachsen und habe viel Armut und Ungerechtigkeit gesehen. Seitdem wollte ich etwas dagegen tun.

Außerdem spielte Barbara Dane nie das Spiel der großen Akteure im Musikbusiness mit. Sie nahm ihre Geschäfte lieber selbst in die Hand und eröffnetet 1961 ihren eigenen Blues-Club in San Francisco. Dort organisierte sie Auftritte von Künstlern wie Big Mama Thornton und Lightnin‘ Hopkins.

Die Jazzband als Vorbild für die Gesellschaft

Sie selbst hat sich aber nie auf ein Genre beschränkt, sondern spielte weiterhin in Cafés und auf Demonstrationen. Ihr umfangreiches Repertoire umfasst auch Balladen, Folksongs, Gospels und Jazz.

Wenn man synchron mit vier oder fünf anderen Leuten spielt, das ist so ein tolles Gefühl. Während des Songs spielt jeder ein Solo und alle anderen unterstützen den Solisten. Am Ende spielen alle wieder zusammen und dabei entsteht einfach wunderbare Musik. Eine Jazzband ist für mich ein Beispiel für eine perfekte Gesellschaft.

Wir haben Barbara Dane in Oakland getroffen und mit ihr über ihre Karriere, ihr politisches Engagement und natürlich über Musik gesprochen.

 

Die Musik aus dem Spezial

Barbara Dane – Wild Women Don’t Get The Blues
Barbara Dane & The Chambers Brothers – Freedom Is A Constant Struggle
Lil Green & Big Bill Broonzy – Why Don’t You Do Right
Barbara Dane – I Don’t Want Your Millions, Mister
Barbara Dane – I’d Rather Drink Muddy Water
Barbara Dane – Mecca Flat Blues
Jimmy & Mama Yancey – How Long Blues
Barbara Dane – I’m On My Way
Barbara Dane – I’ll See You In C-U-B-A
Joan Baez – Pal Of Mine
Barbara Dane – Ballad Of Richard Campos
Silvio Rodriguez – Bajo El Arco Del Sol
Babara Dane and The Chambers Brothers – You’ve Got To Reap What You Sow
Mikis Theodorakis – Hathikane Toso Noris
Barbara Dane – Goodbye, Daddy, Goodbye
Barbara Dane – Salty Dog
Barbara Dane & Lightnin‘ Hopkins – Careless Love