ELENA: Bundesregierung stampft ungeliebte Datenbank ein

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Der Elektronische Entgeldnachweis ELENA sollte ein großer Schritt in Richtung weniger Bürokratie sein. Doch nach Angst vor dem "Gläsernen Arbeitnehmer" beendet die Bundesregierung jetzt das Projekt.


ELENA: Bundesregierung stampft ungeliebte Datenbank ein ELENA speicherte nicht nur Gehälter, sondern auch viele andere sensible Daten. / © Rainer Sturm/pixelio

Dr. Thilo Weichert Dr. Thilo Weichertder schleswig-holsteinsche Datenschutzbeauftrage. / © Axel Nickolaus Als 2009 beschlossen wurde, Gehaltsabrechnungen künftig elektronisch erfolgen zu lassen, liefen Datenschützer Sturm. Die elektronische Entgeldabrechnung - kurz ELENA - und die dazugehörige Datenbank speicherte nämlich nicht nur die Höhe des Gehalts. Auch andere Daten wie Krankheitstage oder gar die Teilnahme an Streiks wurden gespeichert. Kein Wunder also, dass Datenschützer alles andere als begeistert waren und Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle bereits 2010 das Ende der Datenbank forderte.

Nun ist es also soweit. ELENA wird eingestellt, die flächendeckende Einführung - eigentlich für 2014 geplant - bleibt aus. Offizieller Grund für das Ende ist, dass der notwendige Sicherheitsstandard in absehbarer Zeit nicht deutschlandweit zu erreichen sei.

Doch was passiert mit den bereits gesammelten Daten und welche alternativen Pläne zu ELENA hat die Bundesregierung noch in der Schublade? Fragen an Dr. Thilo Weichert, den Datenschutzbeauftragten von Schleswig-Holstein. Seine Behörde unterstützte unter anderem eine E-Petition gegen die ungeliebte Datenbank.

»Thilo Weichert über das Ende von Elena« herunterladen

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