Rechte Schattenmänner in der Ukraine

Wie viel Antisemitismus steckt in den Protesten?

In den letzten Tagen sollen sich die Angriffe in Kiew auf Juden gehäuft haben. Eine Lüge, sagen die einen und verweisen auf Kreml-nahe Propaganda. Die Wahrheit, sagen die anderen und befürchten einen Aufschwung des Antisemitismus. Erstarkt der Antisemitismus inmitten der Revolution?

Gab es vermehrt Angriffe auf Juden in Kiew? Haben diese etwas mit dem sogenannten „Rechten Sektor“ auf dem Maidan zu tun? Ja und nein – je nachdem, wen man fragt. Seit Monaten stehen sich kreml-freundliche Janukowitsch-Anhänger und europanahe Oppositionelle gegenüber. Auch die Berichterstattung über die jüngsten Geschehnisse in der Ukriane gehen weit auseinander.

Wird die Gewalt stärker oder ist das Propaganda?

Nun hat ein hoher Rabbiner seine jüdische Gemeinde aufgerufen, in den Wohnungen zu bleiben und, sofern möglich, das Land zu verlassen. Er beruft sich hierbei auf Informationen der Israelischen Botschaft in Kiew. Ist dieser Aufruf nur Panikmache oder drohen wirklich gewaltsame Anschläge gegen jüdische Mitbürger?

Wie steht es in der Ukraine um die jüdische Bevölkerung und könnte sich durch die mögliche Veränderung der Machtverhältnisse nach den Wahlen am 25. Mai etwas daran ändern? Darüber haben wir mit dem Autor und freien Journalisten Tomasz Konicz gesprochen. Er berichtet regelmäßig aus den osteuropäischen Ländern.

Was natürlich nicht heißen soll, dass die gesamte Oppositionsbewegung […], dass das alles dort Nazis wären. Das ist natürlich nicht der Fall. – Tomasz Konicz

Redaktion