US-Militär in Bremerhaven

Kriegsmaterial rollt durch Deutschland

07.01.2017

Das US-Militär ist mit mehreren Hundert Soldaten und Panzern in Bremerhaven gelandet. Von Deutschland aus soll das Kriegsgerät nach Ostdeutschland, Polen und in das Baltikum verfrachtet werden.

US-Militär als Verantwortlicher von ,,Atlantik Resolve“

Die Operation ,,Atlantik Resolve“ unterliegt allein dem US-Militär und dient der Abschreckung Russlands nach dem Eingriff in die Ukraine. Ein Ausbreitung des Einflussgebietes von Russland auf die osteropäischen Nato-Länder wie Estland, Lettland, Litauen oder Polen soll verhindert werden.

Eine solche Brigade ist ungewöhnlich heutzutage, aber ich würde nicht sagen, dass es eine übergroße Zahl wäre. – Thomas Wiegold, Autor des Bundeswehr-Watchblogs „Augen Geradeaus“

In Bremerhaven landen im Zuge der Operation insgesamt 446 Kettenfahrzeuge und 907 Radfahrzeuge. Die rund 3.500 Soldaten kommen jedoch über den Luftweg in ihr Einsatzgebiet nach Osteuropa. Es ist damit einer der größten Truppenverschiebungen der USA nach Europa nach dem Zerfall der Sowjetunion, grenzt aber nicht an die rund 30.000 Soldaten, die zum Ende des Kalten Krieges von den USA in Europa stationiert waren.

Keine Verletzung der Grundakte zwischen Nato und Russland

Aufgaben des US-Militärs seien Übungs- und Ausbildungeinsätze in den genannten Staaten zur Unterstützung der lokalen Einsatztruppen.

Man muss sich die Zahlen angucken. Wir reden hier von 4.000 US-Soldaten und später 4.000 weiteren Nato-Soldaten. Auf der anderen Seite hat Russland Manöver an seiner Westgrenze angekündigt mit 80.000 Soldaten. Dann relativiert sich die Agressionsaussage. – Thomas Wiegold

Nach einer Vereinbarung zwischen Nato und Russland darf das nordatlantische Bündnis nur auf begrenzte Zeit Truppen an einem Ort in Osteuropa stationieren. Deshalb kommt es zur Rotation der Brigarden innerhalb der Zielländer.

Deutschland als Logistik-Drehkreuz

Die Bundesrepublik ist an der Operation ,,Atlantic Resolve“ direkt nicht beteiligt. Lediglich logistische Hilfe soll von der Bundeswehr kommen; über Schienen der Deutschen Bahn gelangen die Fahrzeuge und Maschine zu ihren Zielen im Osten.

Im Februar soll bei der Militäroperation ,,Enhenced Forward Presenced“ die Beteiligung der Bundeswehr erhöht werden. Dann treffen zusätzliche 4.000 Nato-Soldaten in Osteuropa ein, unter anderem auch aus Deutschland.

detektor.fm-Moderatorin Astrid Wulf spricht darüber mit Thomas Wiegold. Er ist Autor der Blogs ,,Augen Geradeaus‘‚ und verfolgt seit 1993 die Schritte der Bundeswehr.

thomaswiegold-introDen USA geht es um die Abschreckung Russlands.Thomas Wiegoldschreibt über Verteidigungs- und Sicherheitspolitik und die Bundeswehr.