Künstliche Intelligenz verändert die Wirtschaft — doch viele Projekte scheitern, während der KI-Boom gleichzeitig Lieferketten belastet und zu Chip-Engpässen führt. Wie Unternehmen KI produktiv einsetzen können, erklärt Lenovo-CTO Andreas Thomasch.
Steigende Energiepreise, unsichere Lieferketten und geopolitische Konflikte — wir alle spüren gerade, wie fragil die Weltwirtschaft geworden ist. Der Krieg im Nahen Osten zeigt einmal mehr, wie schnell sich solche Krisen auch hier bemerkbar machen, etwa durch steigende Ölpreise und höhere Kosten für Unternehmen.
Gleichzeitig verändert eine andere Entwicklung die Wirtschaft grundlegend: künstliche Intelligenz. Unternehmen investieren Milliarden in KI — doch viele Projekte schaffen es nie in den produktiven Einsatz.
Auch große Technologieunternehmen müssen sich deshalb neu aufstellen. Ein Beispiel ist Lenovo: Der chinesische Konzern ist heute der weltweit größte PC-Hersteller und baut sein Geschäft zunehmend rund um KI-Infrastruktur, Server und Dienstleistungen aus.
Auch dort zeigen sich die Herausforderungen der neuen Technologie.
Die Nachfrage nach Speicherchips, nach dieser Technologie, von KI getrieben, steigt massiv.
Andreas Thomasch
Das sagt Andreas Thomasch. Er ist seit dem Sommer 2025 bei Lenovo Director und Chief Technology Officer für Deutschland und Österreich. Gleichzeitig lasse sich dieser Bedarf an Speicherchips nicht schnell genug decken — Engpässe seien die Folge, meint Thomasch weiter.
Die Herausforderungen liegen nicht nur in den Lieferketten, sondern auch in der Umsetzung von KI selbst:
Der eigentliche Aufwand liegt darin, die Daten auf ein Niveau zu bringen, dass sie wirklich nutzbar sind.
Andreas Thomasch
Der entscheidende Schritt liegt also nicht in der Technologie, sondern in der Vorbereitung: Daten müssen strukturiert, bewertet und überhaupt erst nutzbar gemacht werden.
Statt auf einzelne Pilotprojekte zu setzen, empfiehlt Andreas Thomasch deshalb einen anderen Ansatz: mehrere „Use Cases“, also Anwendungsfälle, parallel denken, schnell testen — und akzeptieren, dass nicht alle funktionieren. Denn nur so steigt die Chance, dass KI am Ende tatsächlich im Alltag ankommt.
Gleichzeitig verändert sich das Umfeld rasant. Neue Modelle entstehen im Wochentakt, Planungen werden schnell überholt. Unternehmen stehen deshalb vor einer neuen Aufgabe: weniger langfristig festlegen, mehr ausprobieren, lernen und anpassen. Entscheidend wird dabei vor allem eines: das eigene Know-how.
Wie Unternehmen mit diesen Herausforderungen umgehen sollten, und was sich hinter den Begriffen „Hybrid-KI-Strategie“ und „KI-Factory“ verbirgt, darüber spricht der CTO von Lenovo Deutschland und Österreich, Andreas Thomasch, in dieser neuen Folge des brand eins Podcasts mit detektor.fm-Moderator Christian Bollert.