Forschungsquartett | Klimaänderungen in Mitteldeutschland

Alle reden übers Wetter

12.09.2017

Schmelzende Polarkappen, Monsunregen in der Wüste oder wütende Hurrikane – Klimaveränderungen sind vielfältig. Auch in Deutschland verändert sich das Klima, wenn auch weit weniger spektakulär. Forscher sind den Veränderungen auf der Spur.

Regional statt global

Während einige beim Klimawandel an schmelzende Polarkappen denken, schaut Andreas Marx vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung auf die Klimaänderungen in Mitteldeutschland. Nicht etwa, weil ihm die Polarkappen egal wären. Allerdings gibt es zwei Möglichkeiten, mit dem Klimawandel umzugehen: regional und global.

Die Treibhausgasvermeidung ist ganz klar ein globales Problem. Schließlich ist es egal, ob man CO2 in Mitteldeutschland verbrennt oder in Asien. Das ist allerdings anders, wenn man sich die Auswirkungen des Klimawandels anguckt – und wie man gesellschaftlich damit umgeht.

Entscheidungen zur Anpassung an den Klimawandel werden lokal und regional getroffen. – Andreas Marx, Leiter des Mitteldeutsches Klimabüro am Umweltforschungszentrum (UFZ)

Klimaänderungen in Mitteldeutschland – Bittere Prognosen

Laut dem sächsischen Landesamt für Umwelt könnte es in den kommenden Jahrzehnten immer weniger regnen. Gleichzeitig könnte die Wachstumsrate der Lufttemperatur bis zum Jahr 2100 um das Sechsfache steigen. Laut Andreas Marx hätten solche Veränderungen spürbare Auswirkungen auf Mitteldeutschland. Gleichzeitig ist die Region im Vergleich zu anderen Gebieten der Welt nur schwach vom Klimawandel betroffen – bislang. Und dennoch: Extreme Wetterereignisse wie Dürren oder Hochwasser sind auch schon heute eine Bedrohung für die Region.

Hochwasserereignisse wie 2002 oder 2013, wenn Milliardenschäden entstehen: Das sind Ereignisse, die wir heute schon haben. Bei denen wir aber davon ausgehen müssen, dass sie sich unter dem Klimawandel verschärfen. – Andreas Marx

Gemeinsam gegen den Klimawandel

Um einen Weg zu finden, mit solchen Extremereignissen umzugehen, veranstaltet das Mitteldeutsche Klimabüro vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung zum siebten Mal die REKLIM-Konferenz. Dort treffen Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft aus Mitteldeutschland zusammen. Gemeinsam stellen sie regionale Projekte vor, die sich mit dem Klimawandel in ihrer Region beschäftigen. Eine solche Konferenz ist wichtig, denn nur gemeinsam lässt sich etwas gegen den Klimawandel unternehmen. Am Ende müssen schließlich alle die Maßnahmen gegen den Klimawandel tragen.

Das muss unter dem Motto stattfinden: Beim Klimaschutz darf es keine Verlierer geben. – Andreas Marx

Bei der REKLIM-Konferenz am 14. September diskutiert Andreas Marx, Leiter des Mitteldeutsches Klimabüros am UFZ, mit Politikern und Unternehmern über Projekte gegen Klimaänderungen in Mitteldeutschland.

Andreas MarxWir haben in Mitteldeutschland Erwärmungen, die jenseits von einem Grad liegen - im Vergleich zu vorindustriellen Zeiten. Und das ist deutlich mehr, als wir das auf der globalen Ebene haben.Andreas Marxist Leiter des Mitteldeutschen Klimabüro am UFZ. 

Über Klimaänderungen in Mitteldeutschland berichtet Lars-Hendrik Setz in seinem Beitrag.

Redaktion: Lars-Hendrik Setz